Sonde meistert kritisches Manöver vor Mondlandung

Der letzte kritische Moment vor der angestrebten Mondlandung der Israelis ist überwunden: Die Raumsonde ist in die Mondumlaufbahn eingetreten, schickt Fotos und bereitet sich auf den großen Moment am Donnerstag vor.
Das von der israelischen Raumsonde „BeReschit“ geschossene Foto am Donnerstag zeigt im Vordergrund den Mond. Im Hintergrund ist die Erde noch zu erkennen.

Foto: SpaceIL, Twitter

Das von der israelischen Raumsonde „BeReschit“ geschossene Foto am Donnerstag zeigt im Vordergrund den Mond. Im Hintergrund ist die Erde noch zu erkennen.

JEHUD (inn) – Die israelische Raumsonde „BeReschit“ hat am Donnerstag ein letztes kritisches Manöver mit Bravour gemeistert, bevor es kommenden Donnerstagabend mit der Landung auf dem Mond ernst wird. Die Sonde drang in die Umlaufbahn des Mondes ein und nutzte die Gelegenheit, um Fotos von der Rückseite des Trabanten zu machen.

„BeReschit ist in einem exzellenten Orbit“, twitterte die israelische Organisation „SpaceIL“, die federführend beim Mondlandeprojekt der Raumsonde ist. In elliptischen Bewegungen hatte sich „BeReschit“ mehr als 5,5 Millionen Kilometer um die Erde bewegt, um dann im rechten Moment in die Mondumlaufbahn überzuwechseln. „Das war ein Meilenstein, der uns jetzt eine echte Chance für den Mond gibt“, sagt der Mitbegründer von „SpaceIL“, Jonatan Winetraub, laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Geschwindigkeitsdrosselung geglückt

Aus dem Kontrollzentrum in Jehud bei Tel Aviv steuerten beim Manöver Techniker die Geschwindigkeit des Flugkörpers. Die Sonde musste für den Wechsel aus der Erd- in die Mondumlaufbahn ihre Geschwindigkeit von 8.500 Kilometern in der Stunde um 1.000 Kilometer in der Stunde drosseln. Ein falsches Timing beim Übertritt hätte das Ende der Mission bedeutet.

Die Sonde wäre dann ohne die Hilfe der Mondumlaufbahn ins Nirgendwo des Weltraums gedreht. In fünf Minuten war alles vorüber und die Techniker brachen nach dem erfolgreichen Wechsel in Applaus aus. In immer kleiner werdenden Umkreisungen bereitet die Sonde nun ihre Landung vor. „Es gibt eine beträchtliche Möglichkeit, dass es zu einer Bruchlandung kommt. Es ist sehr gefährlich und schwierig einzuschätzen, ob wir Erfolg haben“, bewertete der Abteilungsleiter der Israelischen Luftfahrtindustrie, Opher Doron, den finalen Akt der Mission. Das Team sei aber optimistisch.

„BeReschit“ (Im Anfang) ist nach dem ersten Buch Mose benannt. Neben einer israelischen Flagge, der Unabhängigkeitserklärung und der Nationalhymne bringt die Raumsonde auch eine Digitalausgabe der hebräischen Bibel auf den Mond. Ihre Reise begann vor sechs Wochen, als sie mit einer amerikanischen Falcon-9-Rakete aus Cape Canaveral in die Atmosphäre geschossen wurde. Israel wäre nach den USA, Russland und China erst die vierte Nation, der eine Mondlandung gelänge.

Von: mm

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