Sicherheitskräfte gehen gegen Hamas vor

In einer umfassenden Operation setzt Israel mehr als 50 Hamas-Terroristen fest. Es ist ein Schlag gegen ein vom Ausland gesteuertes Netzwerk, das offenbar eine Reihe von Terroranschlägen plante.
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Bei Razzien stellten israelische Sicherheitskräfte Geld, Munition, Waffen und Ausrüstung für die Herstellung von Sprengkörpern fest

Foto: IDF; Screenshot Israelnetz

Bei Razzien stellten israelische Sicherheitskräfte Geld, Munition, Waffen und Ausrüstung für die Herstellung von Sprengkörpern fest

JERUSALEM (inn) – Israelische Sicherheitskräfte haben nach Regierungsangaben in den vergangenen Wochen eine umfassende terroristische Infrastruktur der Hamas aufgedeckt und zerschlagen. Die Details dazu wurden am Montag veröffentlicht. Demnach handelt es sich um eine Zelle, die von hochrangigen Vertretern der Terror-Organisation aus dem Ausland angeleitet wurde und Anschläge im Westjordanland sowie in Jerusalem durchführen sollte.

Laut einer Mitteilung aus dem Pressebüro der Regierung wurden mehr als 50 Terroristen festgenommen, die in der Zelle involviert waren. Darüber hinaus seien Geld, Munition, Waffen und Ausrüstung für die Herstellung von Sprengkörpern sichergestellt worden. Es handle sich um genügend Material, „um drei bis vier Sprengstoffgürtel herzustellen“, erklärten die Sicherheitskräfte.

An der Spitze der Organisation stand demnach Saleh al-Aruri, ein bekannter Spitzenfunktionär der Hamas. Er agiert als stellvertretender Vorsitzender der Organisation und Chef der Aktivitäten im Westjordanland. Al-Aruri ist auch Mitgründer der Kassam-Brigaden, des sogenannten „militärischen Arms“ der Hamas.

Eine Million Dollar für Entführung

Nach Erkenntnissen des israelischen Sicherheitsapparats band er seine Terrorkollegen nicht zuletzt durch Versprechen auf Entlohnung in Millionenhöhe an sich. Demnach bot er etwa Hidschasi Kawasmeh – einem 37-jährigen Palästinenser aus Hebron, der als einer der wichtigsten Operateure Al-Aruris und Anwerber vor Ort gedient haben soll – „rund eine Million Dollar“ für eine Entführung an. In der Folge seien „hunderttausende Schekel“ an diesen überwiesen worden, um die Operation zu beschleunigen.

Aus dem israelischen Inlandsgeheimdienst Schabak war zu hören, die Zelle habe eine „Reihe von Angriffen“ geplant. Es sei ein „wichtiger Präventivschlag“ gelungen. Die israelische Tageszeitung „Ha’aretz“ schrieb am Montag, es handle sich um „den ersten Fall in mehr als fünf Jahren, in dem Israel einen großen Hamas-Plan für Selbstmordattentate gestört hat“. Akteure aus dem Sicherheitsapparat beschrieben die Planungen der Zelle als außergewöhnlich im Vergleich zu anderen Hamas-Aktivitäten.

Opfer vom Sonntag auf Weg der Besserung

Die Aushebung der Zelle steht von israelischer Seite in keinem direkten Zusammenhang mit dem Terroranschlag in der Jerusalemer Altstadt am Sonntag, bei dem ein Israel getötet und weitere verletzt wurden. Gleichwohl gehörte der Attentäter nach Erkenntnissen des Sicherheitsapparats ebenfalls zur Hamas, die den Angriff anschließend bejubelte.

Israelischen Medienberichten zufolge wurde inzwischen die Frau des Terroristen festgenommen. Die hatte sich zur Zeit des Anschlags in Jordanien aufgehalten. Dies hatte auch den Verdacht genährt, dass der Anschlag gut geplant gewesen sein könnte. Medienberichten zufolge waren auch weitere Familienangehörige des Attentäters festgenommen worden. Sie befinden sich aber wieder auf freiem Fuß.

Der ermordete Israeli wurde am Montag beigesetzt. Ein schwer verwundetes Opfer befindet sich nach Angaben aus dem Krankenhaus Scha’are Zedek weiter auf dem Weg der Besserung.

Von: ser

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