Gericht in Be’er Scheva verurteilt Schwestern

Zwei Schwestern verkaufen Fragen und Antworten für Abitur-Prüfungen. Ein Richter verurteilt sie zu Bewährungs- und Geldstrafen.
Von Israelnetz
Schülerin legt Examen ab

BE’ER SCHEVA (inn) – Das Bezirksgericht in Be’er Scheva hat zwei Schwestern wegen Betrugs und Geldwäsche zu Bewährungsstrafen und Strafzahlungen verurteilt. Das teilte das Büro der Staatsanwaltschaft am Mittwoch in einer Stellungnahme mit.

Schuruk und Wafa Za’aluk sind 23 und 27 Jahre alt. Sie haben gestanden, über einen längeren Zeitraum hinweg Prüfungsfragen „in Echtzeit beschafft und Lösungen an Hunderte von Prüflinge in etwa 20 verschiedenen Bagrut-Prüfungen (Abitur) gegen Bezahlung weitergegeben zu haben“.

Richter: Betrug untergräbt Werte

Um an die Examensfragen heranzukommen, bestachen die Schwestern mit Madschid Suad (27) einen Mann, der bei Prüfungen die Aufsicht hatte. Er machte Fotos und schickte sie den Schwestern. Den Verkauf wickelten die beiden unter den Pseudonymen „Mohammed“ und „Nabil“ in den Sozialen Medien ab.

Zudem nutzten die Za’aluk-Schwestern laut der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ ausgeklügelte Systeme, um den Geldfluss zu verschleiern. Weiterhin gaben sie ihren Kunden „Tipps“, wie man elektronische Geräte in Prüfungsräume einschleust. So konnten sie ihnen die Lösungen während der Prüfung zuschicken.

Richter Alon Gavison sagte bei der Urteilsverkündung, dass die Hilfe beim Examensbetrug Werte wie Bildung und Integrität untergrabe. „Die Botschaft, dass man bei Prüfungen betrügen und illegale ‚Abkürzungen‘ nehmen kann, ist verwerflich, umso mehr, als sie an junge Menschen gerichtet ist.“

Die Za’aluk-Schwestern verdienten mit dem Betrug umgerechnet etwa 162.000 Euro. Vor Gericht legten sie ein Geständnis ab. Sie erhielten Bewährungsstrafen in Höhe von 44 (Schuruk) beziehungsweise 36 Monaten (Wafa) und müssen eine Geldstrafe in Höhe von rund 148.000 Euro zahlen. Madschid Suad wurde wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Bewährungsstrafe und Sozialstunden verurteilt. (mw)

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3 Antworten

  1. Mein Vorschlag: bei Straftaten keine Namen Veröffentlichen. (Obwohl in Israel üblich)
    Dies kann unschuldige Angehörige in Mitleidenschaft ziehen.
    Grüsse und Segen

    2
  2. Für Geld machen viele Leute alles, auch in Israel. Leute können strodumm sein, aber für Geld werden sie helle Köpfe. Ich hätte als Richter die vollen 162.000 Euro zurückverlangt, nicht nur 148.000. Sozialstunden sind immer gut. Man lernt was Anstand ist und tut dabei Gutes. Hat noch keinem geschadet.

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