RIAD (inn) – Ordnung muss sein: Saudi-Arabien hat am Dienstag ein digitales Ausweissystem für Kamele eingeführt. Das Königreich will damit mehr Vertrauen auf dem nationalen und internationalen Markt herstellen. Jedes Kamel erhält einen Eintrag in eine Datenbank mit verschiedenen Angaben, etwa zum Besitzer oder der Krankengeschichte.
Die Initiative hat der stellvertretende Minister für Umwelt, Wasser und Landwirtschaft ins Leben gerufen, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA meldet. Laut Mansur Al-Muschati strebt die Regierung eine Vereinheitlichung im Kamelsektor an: Jedes Kamel soll nachgewiesen und registriert sein.
Die Initiative erfolgt im Rahmen des nationalen Programms für die Förderung von Tierhaltung und Fischerei. Von einem auf diese Weise regulierten Markt verspricht sich die Regierung, dass etwaige Streitigkeiten dank der Nachweise gar nicht erst aufkommen. Zudem will die Regierung einen besseren Überblick über die Kamelpopulationen im Land erlangen.
Umfangreiche Angaben
Zu den Ausweisangaben gehören neben Besitzer und Behandlungen auch der Name des Kamels, Ort und Datum der Geburt, Geschlecht, Rasse, Farbe und Fotos von beiden Seiten. Zentraler Bestandteil ist zudem ein Nachweis der Impfungen. Jeder Ausweis hat eine Nummer und die Mikrochip-Nummer des Kamels. Vermerkt sind außerdem Zeit und Ort der Passausgabe.
Die Kamelhaltung ist ein wichtiges Kulturgut in dem Königreich und der Region. Die Regierung pflegt diese Tradition mit einem jährlichen Kamelfestival, zu dem mehrere Rennen und Schönheitswettbewerbe gehören. Die zehnte Ausgabe dieses Festes ging am 3. Januar nach 34 Tagen zu Ende. Die Preisgelder beliefen sich auf umgerechnet etwa 45 Millionen Euro. (df)