Rund 1.300 Jahre altes Wirtschaftszentrum entdeckt

An einer antiken Straße zwischen Jerusalem und Jaffa stoßen Archäologen auf ein Wirtschaftszentrum aus der frühen islamischen Zeit. Dessen Struktur deutet auf eine planvolle Errichtung hin.
Von Israelnetz
Zutage geförderte Geschichte: Archäologen stießen in Ramat Gan auf einen Wirtschaftskomplex aus der frühen islamischen Zeit

RAMAT GAN (inn) – Archäologen haben in Ramat Gan ein etwa 1.300 Jahre altes Wirtschaftszentrum zutage gebracht. Es könnte sich ihrer Ansicht nach um die ältesten Straßenzüge im heutigen Stadtgebiet handeln.

Nach Erkenntnissen der Forscher handelt es sich um einen Komplex, der zum großen Teil nach einem zuvor erstellten Plan errichtet wurde. Er bestand aus geraden, sich im rechten Winkel kreuzenden Straßen mit Läden, Lagerhallen, Töpferofen und verschiedenen Produktionsstätten, wie die Israelische Altertumsbehörde am Sonntag mitteilte.

Die Lage des Gebiets ist demzufolge ebenfalls kein Zufall: Es befand sich in der Nähe einer großen Straße, die die Orte Jaffa, Ramla und Jerusalem verband. Die Gegend zeichne sich zudem durch fruchtbares Ackerland und zugängliche Wasserquellen aus.

Die Forscher fanden außerdem zahlreiche Artefakte: Töpferwaren, Münzen, intakte Öllampen und Scherben von Glasgefäßen. Hinzu kommen Beilklingen aus Eisen, eine Sichel und zahlreiche Nägel. Aufgrund der Funde setzen die Forscher die Errichtung des Komplexes in der frühen islamischen Zeit an, die 636 in der Gegend mit der Schlacht am Jarmuk ihren Anfang nahm.

Bei den Grabungen in Ramat Gan fanden die Archäologen auch Öllampen Foto: Israelische Altertumsbehörde
Bei den Grabungen in Ramat Gan fanden die Archäologen auch Öllampen

Wechselvolle Geschichte

Das Zentrum erlebte 150 Jahre lang eine Blütezeit, wie der Ausgrabungsleiter Joav Arbel der Nachrichtenseite „Times of Israel“ sagte. Aus ungeklärten Gründen wurde es in der ersten Hälfte des 9. Jahrhundert aufgegeben.

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Wenige Jahrzehnte später kamen die Menschen zurück und nutzten das Gebiet auch als Wohngegend. Nach dem ersten Kreuzzug (1096-1099) wurde es erneut verlassen und nicht mehr besiedelt.

Der Komplex wurde im Vorfeld des Baus einer neuen Endstation für Busse entdeckt. Er liegt in der Nähe des Winter-Stadions, das nach seinen amerikanisch-jüdischen Erbauern benannt ist. Das Ergebnis der monatelangen Ausgrabungsarbeiten wollen die Archäologen am Mittwoch für die Öffentlichkeit zugänglich machen. (df)

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3 Kommentare

  1. Ich bin immer wieder erstaunt, was die Archäologen alles zu Tage bringen, diesmal aus dem 8. Jahrhundert. Es zeigt den historischen und archäologischen Reichtum Israels. 🤗

  2. Archäologen stoßen auf ein Wirtschaftszentrum aus der frühen islamischen Zeit. Die Palästinenser werden sich freuen.

  3. Es freut mich, dass zwischen Jerusalem und Jaffa ein antikes Wirtschaftszentrum von Ärcheologen entdeckt worden ist.

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