Rohani: Israel ist ein Krebsgeschwür

Der iranische Präsident Rohani gilt als gemäßigter Politiker. Auf einer Islamkonferenz hat er Israel nun als „Krebsgeschwür“ bezeichnet. Europäer verurteilen die Aussage. Für manchen israelischen Politiker ist das aber nicht genug.
Sieht Israel als „Krebsgeschwür“: Der iranische Präsident Rohani

Foto: Nima1024

Sieht Israel als „Krebsgeschwür“: Der iranische Präsident Rohani

TEHERAN (inn) – Der iranische Präsident Hassan Rohani hat Israel am Samstag als „Krebsgeschwür“ bezeichnet, das der Westen errichtet habe. Auf einer Konferenz für Islamische Einheit sprach er außerdem von einem „Schein-Regime“.

Der Anlass für die Konferenz ist der Geburtstag des islamischen Propheten Mohammed. Zugeschaltet war auch Hamas-Führer Ismael Hanije. Laut der iranischen Nachrichtenagentur „Tasnim“ bezeichnete er die Absichten arabischer Länder, die Beziehungen zu Israel zu „normalisieren“, als „Verbrechen“.

Kurz: Äußerungen absolut inakzeptabel

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) verurteilte die Worte Rohanis. „Israel weiß sehr gut, wie es sich gegen das mörderische Regime verteidigen kann“, schrieb er am Samstag auf Twitter. „Rohanis Verunglimpfung, die zur Zerstörung Israels aufruft, zeigt einmal mehr, warum sich die Länder dieser Welt an den Sanktionen gegen das iranische Terrorregime, das sie bedroht, beteiligen müssen.“

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verurteilte die Äußerungen Rohanis ebenfalls noch am selben Tag. „Es ist absolut inakzeptabel, wenn das Existenzrecht Israels in Frage gestellt oder zur Vernichtung Israels aufgerufen wird“, schrieb er auf Twitter. Für Österreich sei der Kampf gegen alle Formen des Antisemitismus und die Unterstützung für Israel besonders wichtig.

Auch die Europäische Union kritisierte die Äußerungen als „völlig inakzeptabel“. „Sie sind nicht vereinbar mit der Notwendigkeit, internationale Dispute durch Dialog und internationales Recht zu behandeln“, hieß es in einer Mitteilung vom Sonntag. Die EU betonte ihren „fundamentalen Einsatz für die Sicherheit Israels“.

Für den Knessetabgeordneten der Regierungspartei Kulanu, Michael Oren, agiert die EU jedoch zu passiv. „Die EU ist geschockt, geschockt zu entdecken, dass Rohani Israel ein ‚Krebsgeschwür‘ nennt, das zerstört werden müsse“, schrieb der frühere israelische Botschafter in den USA auf Twitter. „Anstatt ihn einfach nur zu kritisieren, muss die EU das Nuklearabkommen aufgeben, das Rohani Milliarden einbringt, um den Weltterror zu finanzieren und Israels Zerstörung anzustreben.“

Unterdessen hat auch die deutsche Regierung auf die Äußerungen reagiert. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach am Montag von „verbalen Entgleisungen“, die inakzeptabel seien. Das berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa). Seibert forderte den Iran auf, das Existenzrecht Israels nicht immer wieder in Frage zu stellen. Kanzlerin Angela Merkel habe wiederholt klargemacht, dass dieses Existenzrecht nicht verhandelbar sei.

Von: df

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