Reisen wird für Vielfahrer günstiger

Ein neues Konzept im öffentlichen Personenverkehr soll finanzielle Erleichterungen für Vielfahrer schaffen. In den ersten Tagen bringt es bei den Nutzern Verwirrung.
Von Israelnetz

Foto: Israelnetz/mh

Neben den Fahrten mit den Bussen betrifft die Verkehrsreform auch Bahnfahrten

JERUSALEM (inn) – Seit Monatsanfang greift das Projekt des Verkehrsministeriums „Gleiches Pendeln“. Bereits Anfang April hatten Verkehrsministerin Merav Michaeli (Avoda) und Finanzminister Avigdor Lieberman (Israel Beiteinu) es vorgestellt. Um Stau auf den Straßen zu reduzieren, soll die Reform die Bevölkerung dazu ermutigen, verstärkt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und auf das eigene Auto zu verzichten.

Ein Monatsticket, das – abgesehen von der Stadt Eilat – landesweit für Fahrten bis zu 15 Kilometern genutzt werden kann, kostet umgerechnet 65 Euro. Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen und 62- bis 75-Jährige fahren für die Hälfte des Preises. Für Staatsbürger über 75 Jahren ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sogar kostenfrei. Diese können sich künftig für die Zahav-Kav, die Karte der „goldenen Linie“, registrieren.

Der Höchstpreis für ein Ticket, das landesweit ohne Beschränkungen genutzt werden kann, liegt bei knapp 180 Euro. Die Preise für innerstädtische Einzelfahrten variierten bisher stark und wurden nun in den meisten Städten auf 1,60 Euro angepasst.

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Für Soldaten bleibt die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel weiterhin frei

Insgesamt wird das Fahren also günstiger. Doch nicht für alle Nutzer zahlt sich die Reform aus. Fahrer, die Bus und Bahn nur sporadisch nutzen, konnten bisher einen bestimmten Betrag auf ihre smarte Rav-Kav-Karte aufladen und bekamen 30 Prozent zusätzlich gutgeschrieben. Wer also 29 Euro (100 Schekel) auflud, bekam ein Guthaben von fast 39 Euro. Diese Gutschrift fällt nun weg.

Umstellung mit Anlaufschwierigkeiten

In den ersten Tagen gab es Anlaufschwierigkeiten. Zunächst erkannten die Geräte der Firmen „SuperBus“ und „Afikim“ die neuen Tarife noch nicht. Das berichtet die Zeitung „Jerusalem Post“. Auch bei der Buslinie „Egged“ kam es zu zahlreichen Ausfällen. Eine Fahrerin beschwerte sich: „Die Firmen haben sich nicht auf die Reform vorbereitet. Ich hingegen schon. Doch statt bisher 60 Euro zahle ich nun 68 Euro, das System funktioniert nicht und ich zahle drauf.“

Die Direktorin des Verkehrsministeriums Michal Frank sagte: „Ich würde es nicht als Chaos bezeichnen, sondern als Kinderkrankheiten. Wir sprechen von mehr als 3,5 Millionen Fahrten pro Tag. Das ist eine beachtliche Anzahl und beeinflusst viele gesellschaftliche Schichten in Israel. Natürlich braucht es eine gewisse Zeit, bis sich Probleme lösen lassen und bis sich die Öffentlichkeit an die Änderungen gewöhnt.“

Michaeli ist überzeugt von der Reform. Frühere Verkehrsminister hätten den öffentlichen Verkehr über Jahre hinweg vernachlässigt, zitiert die „Jerusalem Post“ die aktuelle Verkehrsministerin. Die unterschiedlichen Preise seien das Ergebnis langer politischer Querelen gewesen, die zu starker Ungerechtigkeit geführt hätten. „Die Reform bringt Verkehrsgerechtigkeit.“ (mh)

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3 Antworten

  1. Ja, das macht Sinn, die Preise für Vielfahrer also Pendler zu senken.

    Sollte sich D mal ein Beispieldran nehmen als 9€ Tickets mit der Gießkanne zu verteilen.

    2
    1. Ich habe das 9€ Ticket sehr genossen., wenn auch in Überfüllten Zügen, aber ein 69€ Ticket oder ein 180€ Ticket wie in Israel, würde ich mir nicht kaufen. Und was soll das heißen ” ein 9 € Ticket mit dem Gießkannen Prinzip” zu verteilen?

      1
      1. Weil es begrenzt war und auf den Sommer. Also die Ausflügler, die Reisenden.

        Die, die arbeiten, die haben nicht viel davon gehabt. Jetzt im Sommer hat ein Teil von ihnen Urlaub. Wenn der Sommer rum ist, fällt das Ticket weg und man zahlt als Pendler wieder drauf. Als ich noch öffentlich fahren musste, kostete mein Monatsticket – auf die Preise von 2022 hochgerechnet – 120 €. Und die Verkehrsbetriebe haben angekündigt, die Preis stark zu erhöhen. Hier würde in der Tat ein 69 € Ticket helfen. Das würde den Berufstätigen helfen, die den “Laden am Laufen ” halten.

        Ich habe das 9 € auch genossen, hat mich statt 50 €, die ich sonst für das Event gebraucht hätte, nur 18 € gekostet, weil es über den Monat hinausging. Aber das war mein Privatvergnügen. Es war meine Entscheidung will ich da hin oder nicht. Die, die es beim Arbeiten entlasten würde, die gucken jetzt wieder in die Röhre.

        In überfüllte Züge und Busse wäre ich aber nicht über weite Strecken gefahren. 9 € hin, 9 € her.
        Mal von der Ansteckungsgefahr abgesehen, zusammen gepfercht wie Heringe macht bei 40 Grad kein Spaß.

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