Pulitzer-Fotopreis geht an umstrittenen Palästinenser

Ein palästinensischer Fotojournalist gewinnt trotz eines Eklats den Pulitzer-Preis. Ausgezeichnet wird er für seine fotografische Berichterstattung über den Gazakrieg.
Von Israelnetz

NEW YORK (inn) – Der Palästinenser Saher Alghorra hat am Montag den begehrten Pulitzer-Preis erhalten. In der Kategorie „Aktuelle Fotoberichterstattung“ gewann der Fotojournalist mit einer Bilderserie, die die Folgen des Gazakrieges für die palästinensische Bevölkerung thematisiert. 

Auf 13 Bildern zeigt Alghorra die Auswirkungen des Krieges. Zerstörung, Leid, Schmerz, Verzweiflung und Hunger prägen dabei seine Arbeiten. Das Komitee kürte ihn für seine „eindringliche und einfühlsame“ Berichtserstattung.

Der Palästinenser ist jedoch kein unumstrittener Fotograf. Zwar erhielt er mehrere bedeutende Fotografie-Preise. Doch sorgte im vergangenen Jahr ein „New York Times“-Titelbild von ihm für negatives Aufsehen. Darauf ist eine Mutter zu sehen, die ein ausgemergeltes und unterernährtes Kind in den Händen hält. Die Zeitung stellte das Bild in einen falschen Zusammenhang.

Die Fotografie diente in einem Artikel als Darstellung einer beschriebenen Hungersnot in Gaza. Der ausgehungert wirkende Junge ist jedoch seit seiner Geburt aufgrund einer genetischen Grunderkrankung auf künstliche Ernährung angewiesen und deshalb unterernährt. Sein Bruder – ebenfalls auf dem Bild zu sehen – zeigt keine sichtbaren Anzeichen von Unterernährung.

Journalisten werden bedroht

Die Verwendung und Inszenierung journalistischer Arbeiten aus dem Gazastreifen ist ein umstrittenes Thema. Israel lässt seit Kriegsbeginn keine internationalen Journalisten ohne Aufsicht in das Kriegsgebiet. Nachrichtendienste sind somit auf israelische „Armeejournalisten“ oder im Kriegsgebiet lebende palästinensische Journalisten angewiesen. Berichten von Journalisten zufolge bedrohen sowohl die Hamas als auch die israelische Armee die Berichterstatter. 

Hinzu kommt die persönliche Meinung der Journalisten, die die Neutralität zusätzlich beeinflusst. Dass Saher Alghorra anti-israelisch eingestellt ist, machen Interviews und sein Instagram-Profil deutlich. Dort posierte er 2017 in seinem ersten Beitrag mit einer Kufija – einem schwarz-weiß karierten Tuch, das für den Aufstand gegen Israel steht. 

Seit fünf Jahren selbstständiger Fotojournalist

Neben negativen Schlagzeilen erhält der junge Fotograf auch weltweite Anerkennung für sein fotografisches Werk. Nachdem Alghorra 2017 seine erste eigene Kamera erhielt, begann er, das Leben in Gaza fotografisch zu dokumentieren. Nach einem Studium im Bereich Presse und Medien arbeitete er ab 2021 als selbstständiger Fotojournalist. Schon früh verwendeten internationale Medien wie der britische „Guardian“ oder das „Zeit-Magazin“ seine Bilder.

Der in Gaza aufgewachsene Journalist hat den Gazastreifen bisher noch nie verlassen. Sein Leben stehe täglich unter Todesgefahr, erzählt er gegenüber der „Frankfurter Rundschau“.

Bei der Preisverleihung betonte die Leiterin des Preises, Marjorie Miller, den wachsenden Druck, dem Presseschaffende in der heutigen Zeit ausgesetzt sind: Der Pulitzer-Preis stehe für Rede- und Zensurfreiheit. (cb)

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5 Kommentare

    1. Doch wir wissen warum, weil er Israel an den Pranger stellt mit falschen Darstellungen!
      Aus dem gleichen Grund hat die Tagesschaukorrespondentin auch einen Preis gewonnen….

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  1. Der Antisemitismus gedeiht überall auf der Welt, weil es ein geistliches Vakuum gibt, das leider auch nicht von Christen ausgefüllt wird. So haben diese Mächte leichtes Spiel. Christen begnügen sich oft mit dem Schimpfen auf die „Bösen Anderen“
    Lieber Gruß Martin

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  2. Jesus Christus sagt, dass Satan der Vater der Lüge ist. Lüge sind auch manipulierte Bilder und manipulativ inszenierte Fotos.

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    1. So ist es, Chris, und wir haben das Pech, im Zeitalter der Lüge, der Fälschung, der Täuschung und der falschen Propheten zu leben.
      SHALOM

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