Die Wüste hat auch ihr Gutes: Israel nutzt das Ödland als Ressource

Die Wüste hat auch ihr Gutes: Israel nutzt das Ödland als Ressource

Größtes israelisches Solarkraftwerk nimmt Betrieb auf

Israel kann auch Energiewende: Das Land will unabhängiger von fossilen Brennstoffen werden und hat nun seinen bisher größten Solarpark eingeweiht.

ASCHALIM (inn) – Das größte israelische Solarkraftwerk hat mit der Arbeit begonnen. Energieminister Juval Steinitz hat es am Donnerstag eingeweiht. Die Anlage soll etwa 70.000 Haushalte mit Strom versorgen und damit 0,75 Prozent des nationalen Bedarfs decken.

Steinitz erklärte, früher sei das oberste Ziel seines Ministeriums die Versorgung der Israelis mit Energie gewesen. Er betonte: „Heute ist das Ziel zwar immer noch, Energie zu liefern. Aber auch, sie sauber zu machen und sicherzustellen, dass wir die Luftverschmutzung verringern.“ Bei voller Auslastung reduziere das Kraftwerk den Ausstoß von Kohlendioxid um 245.000 Tonnen. Das sei so, als nähme man 50.000 Autos von der Straße.

Während der Anteil erneuerbarer Energien 2017 nur 2,5 Prozent am israelischen Strommix ausmachte, sollen es bis zum kommenden Jahr 10 Prozent werden. Bis 2030 soll der Anteil auf 17 Prozent klettern. Dieses Ziel werde auch erreicht, versicherte Steinitz laut der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“. Deshalb denke er bereits darüber nach, die Latte noch etwas höher zu legen. Er versprach zudem: „In naher Zukunft werden wir die Nutzung von Kohle und anderen schmutzigen Brennstoffen komplett einstellen und die Kohlekraftwerke in Hadera und später in Aschkelon abschalten. Wir werden dann nur noch Gas und erneuerbare Energien, hauptsächlich Solarstrom, nutzen.“

Solarstrom sogar bei Nacht

Die Aschalim-Anlage produziert Strom durch sogenannte Solarthermie: Mit Hilfe von 450.000 beweglichen Parabolspiegeln wird Sonnenlicht gebündelt. Damit wird über mehrere Zwischenschritte Wasser erhitzt, das dann Dampfturbinen antreibt. Als einzige Anlage in Israel kann sie mittels eines Flüssigsalz-Wärmespeichers sogar nachts viereinhalb Stunden lang weiter Strom produzieren.

Die Anlage ist Teil eines ganzen Komplexes. Eine benachbarte Anlage beherbergt den weltweit höchsten Solarturm: Inklusive dem Boiler auf der Spitze, auf den die gebündelten Sonnenstrahlen treffen, misst er 260 Meter. Die dritte Anlage nutzt herkömmliche Photovoltaik-Technik zur Stromgewinnung. Alle zusammen decken knapp 2 Prozent des israelischen Strombedarfs.

Wie ein Leuchtturm in der Ödnis: Bei Aschalim steht der höchste Solarthermie-Turm der Welt

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Der Bau sowie der Betrieb der Anlage hat hunderte Arbeitsplätze geschaffen, wovon insbesondere die lokale Gemeinschaft der Beduinen profitiert. Erbauer ist das speziell dafür gegründete Unternehmen Negev Energy. An ihm beteiligt sind das Infrastruktur-Unternehmen Schikun & Binui, der israelische Investmentfonds Noy Fund und die spanische TSK-Gruppe. Negev Energy hält für die kommenden 25 Jahre die Nutzungsrechte an dem Kraftwerk.

Naty Saidoff, größter Anteilseigner bei Schikun & Binui, spielt auf biblische Geschichte an, wenn er sagt: „Als unsere Eltern hierher kamen, flossen nicht Milch und Honig. Es gab nur Wüste und Sumpfgebiet. Wir haben die Sümpfe trockengelegt. Und wir haben genommen, was trocken und öde war, und haben es in eine Ressource verwandelt. Israel hat Salzwasser zu Trinkwasser gemacht und den Fluch der Sonne zu einem Segen.“

Von: tk

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