Der Verdächtige wurde an einem Grenzübergang zwischen dem türkischen und dem griechischen Teil der Stadt festgenommen

Der Verdächtige wurde an einem Grenzübergang zwischen dem türkischen und dem griechischen Teil der Stadt festgenommen

„Iranischer Anschlag auf israelische Geschäftsleute vereitelt“

Die zyprischen Behörden halten den Verdächtigen zunächst für ein Mitglied der russischen Mafia. Doch Geheimdienstinformationen deuten auf einen geplanten Anschlag gegen Israelis hin. Hinter den Plänen vermutet Israel den Iran.

NIKOSIA (inn) – Die Polizei auf Zypern hat offenbar Anschläge auf israelische Geschäftsleute verhindert. Dies wurde laut zyprischen Medienberichten durch israelische Geheimdienstinformationen möglich. Am Montag voriger Woche wurde ein Verdächtiger festgenommen. Er hatte ein Gewehr, Munition und einen Schalldämpfer bei sich.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 38-jährigen Mann aus Aserbaidschan, der auch einen russischen Pass besitzt. Er wurde in der Hauptstadt Nikosia festgenommen, als er einen Grenzübergang vom türkisch beherrschten Nordteil aus passieren wollte. Dabei war er mit einem schwarzen Auto unterwegs. Die Behörden hielten ihn zunächst für ein Mitglied der russischen Mafia. Nun gehen sie davon aus, dass er insgesamt fünf Auftragsmorde an Israelis geplant hatte.

Fast drei Wochen vor der Festnahme war der Verdächtige am internationalen Flughafen von Larnaka gelandet. Er parkte sein Fahrzeug immer wieder nahe des Ortes, wo die anvisierten Israelis lebten und arbeiteten. Dass er häufig die Grenze zwischen dem türkischen und dem griechischen Teil überschritt, erregte schließlich den Verdacht der zyprischen Behörden.

Bennett: Iran steckt hinter Anschlagsplänen

Der israelische Premierminister Naftali Bennett (Jamina) bestätigte am Montag, dass Anschläge auf Israelis vereitelt worden seien. Der Terrorakt „war vom Iran gegen israelische Geschäftsleute arrangiert, die auf Zypern leben“, sagte er laut Mitteilung seines Büros.

Hingegen widersprach Bennett Zeitungsberichten, die im Zusammenhang mit dem Angriffsziel einen bestimmten Namen ins Spiel gebracht hatten: den des israelischen Milliardärs Teddy Sagi. Er ist Gründer von Playtech, einem Anbieter von Casino-Spielsoftware. Wegen zahlreicher Investitionen hat er ein goldenes Visum für Zypern. „Dies ist keine kriminelle Tat, und der israelische Geschäftsmann Teddy Sagi war nicht das Ziel dieses Angriffes“, betonte der Regierungschef.

Wie das Wirtschaftsmagazin „Globes“ berichtet, hat der Milliardär die Insel unverzüglich verlassen. Aus der Teddy Sagi-Gruppe hieß es: „Dies war ein iranischer Terrorvorfall, der vereitelt wurde. Das Ziel des Mordes war nicht Teddy Sagi, sondern Israelis, die auf Zypern leben. Es ist bedauerlich, dass es so leicht ist, Informationen zu veröffentlichen und dem Namen einer Person zu schaden.“

Die iranische Botschaft auf Zypern indes wies Bennetts Vorwürfe am Montag zurück. „Israel erhebt immer haltlose Anschuldigungen gegen die Islamische Republik Iran“, erwiderte sie auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur „Reuters“.

Von: eh