Nach der Absage der Wahlen sieht sich Abbas mit verschärfter Kritik konfrontiert (Archivbild)

Nach der Absage der Wahlen sieht sich Abbas mit verschärfter Kritik konfrontiert (Archivbild)

Bericht: Abbas-Kritiker werden lauter

Der Unmut wächst: Einige palästinensische Politiker wollen das politische Ende von Präsident Abbas. Dabei spielen die jüngsten innerpolitischen Entwicklungen eine Rolle.

RAMALLAH (inn) – Verschiedene palästinensische Politiker und Aktivisten haben den Rücktritt des Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Mahmud Abbas gefordert. Das berichtet die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ am Montag. Der 85-jährige Fatah-Chef hat vor allem durch die Absage der Wahlen Kritik auf sich gezogen.

Der Bericht des Journalisten Chaled Abu Toameh nennt keine Personen oder Gruppierungen beim Namen. Seinen Informationen zufolge haben sich einige Abbas-Gegner im Gazastreifen getroffen, um eine Strategie für dessen Sturz zu besprechen. Dazu soll auch eine öffentliche Kampagne dienen, die betont, dass Abbas nicht mehr rechtmäßig im Amt ist.

Die bislang letzten Parlamentswahlen fanden im Jahr 2006 statt, die letzten Präsidentschaftswahlen ein Jahr zuvor. Daher ist Abbas seit 2009 kein legitimer Amtsträger mehr. Im Januar hatte er Neuwahlen für das Parlament und für die Präsidentschaft angekündigt. Im April sagte er sie ab. Als Grund dafür gab er an, es sei unklar, ob die Wahlen auch in Ostjerusalem durchgeführt werden können. Die Terror-Organisation Hamas, die bei den Wahlen als Partei antreten wollte, hält diesen Grund aber für vorgeschoben.

Von: df