Das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel war wieder im Einsatz (Symbolbild)

Das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel war wieder im Einsatz (Symbolbild)

Weiterer Raketenbeschuss auf Israel

Wegen weiterer Raktenangriffe aus dem Gazastreifen sperrt Israel die Fischereizone. In Jerusalem versucht die Polizei der Gewalt Herr zu werden. Der Abbau von Sperrgittern am Damaskustor soll dazu beitragen.

JERUSALEM / GAZA (inn) – Die dritte Nacht in Folge haben palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel abgefeuert. Das Abwehrsystem Eisenkuppel fing zwei Geschosse ab, zwei schlugen noch im Gazastreifen ein und eines in Israel auf offenem Feld. Vier Israelis verletzten sich bei der Flucht in die Bunker; unter ihnen befindet sich auch eine schwangere Frau.

Israel reagierte nicht wie üblich mit Angriffen auf Ziele im Gazastreifen. Dafür sperrte der jüdische Staat am Montagmorgen die Fischereizone vor dem Küstenstreifen komplett. Die Zone erstreckt sich in der Regel über 15 Seemeilen (rund 27,8 Kilometer). Eine komplette Sperrung ist ungewöhnlich; normalerweise schränkt Israel die Zone lediglich ein, wenn die zuständigen Kreise Anlass für eine Strafmaßnahme sehen.

Über das gesamte Wochenende hinweg schossen palästinensische Terrorgruppen rund 40 Raketen auf Israel ab. Die Verantwortung dafür übernahmen die „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP) und die „Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden“ der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Israel macht jedoch die Terror-Organisation Hamas als regierende Autorität für alle Geschehnisse im Gazastreifen verantwortlich.

Polizei entfernt Sperrgitter

Die Angriffe sind laut Aussagen der Palästinenser eine Antwort auf die gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Israelis und Arabern in Jerusalem. Am Sonntag riefen einzelne Gruppierungen die Araber in Jerusalem auf, den „Aufstand“ weiter eskalieren zu lassen und eine „einheitliche Front für den Volkswiderstand“ zu bilden.

Seit Tagen kommt es in Jerusalem zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen jüdischen und arabischen Gruppen. Ein Auslöser ist der Unmut vieler Muslime, da sie nicht wie üblich während des Fastenmonats Ramadan auf dem Platz vor dem Damaskustor zusammenkommen können. Die Polizei hatte dort Sperrgitter aufgestellt mit der Begründung, so die Zahl der Passanten zu regulieren, die die Altstadt betreten. Sicherheitsbeamte hinderten die Menschen daran, sich auf den Stufen hinzusetzen. Der Ramadan begann Mitte April und endet am 12. Mai.

Am Sonntagabend schließlich entschied die Polizei, die Sperrgitter abzubauen. Die Muslime feierten die Maßnahme als Sieg. Laut der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ riefen sie unter anderem „Mit Blut und Feuer werden wir Palästina befreien“. Der israelisch-arabische Abgeordnete Ahmad Tibi (Vereinigte Liste) hatte zuvor bei einem Besuch am Damaskustor betont, Ostjerusalemer und Palästinenser hätten das Recht, wütend zu sein. Die Sperrgitter seien eine Provokation der „Besatzungspolizei und der Siedler“.

Die Vorsitzende der Partei Religiöser Zionismus, Bezalel Smotritsch, warf der Polizei hingegen vor, eingeknickt zu sein. Der Staat Israel zeige allzu oft Schwäche, erliege dem Terrorismus und der Gewalt.

Von: df