Der Tunnel endet vor der unterirdischen Mauer

Der Tunnel endet vor der unterirdischen Mauer

Neues Überwachungssystem entdeckt Terrortunnel

Militante Palästinenser aus dem Gazastreifen sind weiterhin aktiv. Sie wollen den Grenzzaun unterirdisch umgehen und Israel schaden. Doch ein neues Ortungssystem macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

CHAN JUNIS / BE'ER SCHEVA (inn) – Die israelische Armee hat am Dienstag einen neuen Terrortunnel gefunden. Er führt aus der Gegend um Chan Junis im Gazastreifen unterhalb des Grenzzauns „mehrere Dutzend Meter“ in israelisches Gebiet. Armeesprecher Hadi Silbermann sagte: „Der Tunnel befand sich noch im Bau, sodass er zu keiner Zeit eine Bedrohung für umliegende Ortschaften darstellte. Wir werden ihn in den kommenden Tagen unschädlich machen.“

Die Streitkräfte gehen davon aus, dass der unterirdische Gang Teil einer neuen feindlichen Offensive darstellt. Noch wüssten sie jedoch nicht, welche Terror-Organisation dafür verantwortlich sei. Möglich machte den Fund ein neues dreiteiliges Schutzsystem. Es besteht aus dem oberirdischen Zaun, einer beinah fertiggestellten unterirdischen Mauer sowie Technologie zur Überwachung von Aktivitäten unter der Erde. Letztere spürte den Tunnel auf. Es ist gleichzeitig der erste Fund, der auf das neue System zurückgeht.

Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) veröffentlichte kurz darauf eine Stellungnahme: „Wir werden weiterhin entschlossen handeln – in allen Bereichen israelischer Sicherheit und gegen jeden Angriffsversuch auf unsere Souveränität und unsere Bürger.“

Es folgt ein Raketenangriff

Zwei Stunden nach Entdeckung des Tunnels feuerten Terroristen aus dem Gazastreifen eine Rakete auf israelisches Gebiet. Das Abwehrsystem „Eisenkuppel“ fing sie ab, sodass niemand zu Schaden kam. Als Reaktion auf den Angriff beschoss die israelische Luftwaffe in der Nacht auf Mittwoch eine unterirdische Anlage der Terrorgruppe Hamas im Süden des Gazastreifens.

Der ehemalige Verteidigungsminister Naftali Bennett (Jamina) brachte seinen Unmut über die Vorkommnisse zum Ausdruck: „Sicherheit erreichen wir nicht, indem wir uns hinter Mauern verbarrikadieren.“ Zwar begrüße er die Ortung des Tunnels, aber: „Wir sehen, dass ein Feind, der nicht über Land kommen kann, uns durch die Luft erreicht, wie es mit Brandballons geschieht. Und wenn das nicht geht, versucht er es auf andere Weise.“ Raketenfeuer auf Israel bedeute keine Sicherheit, auch wenn niemand verletzt werde. „Nur eine Politik der Stärke kann langfristige Sicherheit bringen.“

Von: tk