Israelische Soldaten bei einem entdeckten Terror-Tunnel (Archivbild)

Israelische Soldaten bei einem entdeckten Terror-Tunnel (Archivbild)

Anti-Tunnel-Sensoren nahe der libanesischen Grenze

Mit Hochtechnologie wappnet sich der jüdische Staat gegen Terror-Attacken aus dem Norden. An der Grenze überwacht er künftig unterirdische Aktivitäten.

MISGAV AM (inn) – Das israelische Militär hat am Sonntag den Bau eines unterirdischen Sensoren-Netzwerkes an der Nordgrenze bekanntgegeben. Ziel des Projektes sei es, den Bau von Terror-Tunneln aus dem Libanon frühzeitig zu erkennen. Das System überwacht seismische und akustische Signale.

Im Dezember 2018 und Januar 2019 hatte die Armee in der Operation Nördlicher Schutzschild sechs Infiltrationstunnel der Schiiten-Miliz Hisbollah zerstört. Deren Existenz hatte die UN-Friedensmission UNIFIL bestätigt. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte plante die Hisbollah, Galiläa mit Spezialkräften von tief innen zu infiltrieren, während Kommandokräfte oberirdisch angreifen.

Armeesprecher Jonathan Conricus sagte, Israel wisse derzeit von keinen verbliebenen Tunneln. Das neue Überwachungssystem bilde eine Vorsichtsmaßnahme. Alle Bohrungen fänden auf der israelischen Seite der Demarkationslinie statt. Die UN-Friedenswächter seien über die Aktivitäten informiert, „damit alle wissen, was wir tun und dass wir auf der israelischen Seite operieren“. Das israelische Militär habe es nicht für nötig gehalten, seine Präsenz an der Grenze zu verstärken, da es nicht mit zusätzlichen Reibungen durch die Aktivitäten rechne. Die Arbeiten begannen in Misgav Am. Ein Enddatum ist nicht bekannt.

Anders als an der Grenze zum Libanon setzt Israel bei der Vereitelung von Tunnelbau aus dem Gazastreifen auf eine physische Barriere. Zur Zeit baut der jüdische Staat dort eine unterirdische Mauer und einen oberirdischen Grenzzaun. Die Kosten dafür belaufen sich auf über 782 Millionen Euro.

Von: tk