Spuren der Verteidigung: Am Lastkraftwagen des Terroranschlags sind Einschusslöcher zu sehen
Spuren der Verteidigung: Am Lastkraftwagen des Terroranschlags sind Einschusslöcher zu sehen

Unbekannte Terrorgruppe bekennt sich zu Anschlag

Die Terrorgruppe „Märtyrer des Baha-Aljan-Kollektivs“ behauptet, der Lastwagen-Anschlag sei in ihrem Namen geschehen. Unterdessen wurden die vier Todesopfer beigesetzt.

JERUSALEM (inn) – Die bislang unbekannte Terrorgruppe „Die Märtyrer des Baha-Aljan-Kollektivs“ hat den Jerusalemer Anschlag mit vier Toten für sich reklamiert. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die am Montag im Internet zu finden war. Darin heißt es, der Anschlag vom Sonntag sei nicht der erste der Gruppe gewesen. Es würden viele weitere folgen, „um unser Jerusalem zu verteidigen und unsere Märtyrer und Gefangenen zu rächen“.

Die Echtheit der Mitteilung konnte bislang laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ noch nicht bestätigt werden. Mit dem Namen bezieht sich die Gruppe auf einen palästinensischen Terroristen. Er hatte am 13. Oktober 2015 in Jerusalem mit seinem Komplizen Bilal Abu Ghanem drei Israelis in einem Bus getötet. Sicherheitskräfte erschossen ihn. Abu Ghanem kam vor ein Gericht, das ihn zu dreimal lebenslänglich und zusätzlichen 60 Jahren Haft verurteilte.

Große Anteilnahme

Unterdessen wurden die vier Todesopfer des Anschlags – Jael Jekutil, Schir Hadschadsch, Schira Zur und Eres Orbach – beigesetzt. Zu den Trauerfeiern kamen jeweils Hunderte von Gästen. Die Eltern von Jael Jekutil beschrieben ihre Tochter als eine fröhliche und wissbegierige junge Frau, die als Ausbilderin von Kadetten einen Unterschied machen wollte. „Wir wussten nicht, dass wir so eine Tochter hatten, wir wussten gar nichts.“

Die Schwester von Schir Hadschadsch betonte bei der Beerdigung die gute Familie und Kindheit, die sie gehabt hätten. „Von nun an raubt die Trauer deines Liedes deine ganze Schönheit.“ Der Name Schir bedeutet auf Hebräisch „Lied“. Der Onkel von Schira Zur beschrieb seine Nichte als eine Frau, die ihre Umgebung zum Guten verändern wollte. „Sie versuchte es auf die beste Art, und ihr gelang es auch.“

Der Großvater von Eres Orbach sagte in seiner Ansprache, sein Enkel habe gesundheitliche Probleme gehabt, die einen Armeedienst schwierig machten. Viele Armeeausschüsse hätten ihn deswegen abgelehnt, doch er sei standhaft geblieben. Vor dem letzten Ausschuss habe er den Grund erklärt: Er habe es als Pflicht empfunden, zu dienen.

Verurteilung und Symbolik

Unterdessen hat auch der neue UN-Generalsekretär Antonio Guterres den Anschlag verurteilt. „Gewalt und Terror bringen keine Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt – im Gegenteil.“ Terrorismus dürfe nicht von der Notwendigkeit einer erneuerten Bereitschaft zum Dialog ablenken.

Die Stadt Berlin projizierte am Montagabend als Geste der Solidarität die israelische Flagge auf das Brandenburger Tor. Beim Anschlag auf dem Breitscheidplatz kurz vor Weihnachten hatte der Terrorist Anis Amri ebenfalls mit einem Lastwagen Menschen überfahren. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu würdigte die Geste auf Twitter. „Danke, Deutschland, dass ihr uns in unserem gemeinsamen Kampf gegen Terrorismus zur Seite steht.“

Von: df

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