Über den Mauern der Jerusalemer Altstadt thront die Stellenanzeige
Über den Mauern der Jerusalemer Altstadt thront die Stellenanzeige

Per Anzeige: Mossad sucht Agentinnen

Erstmals wirbt der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad konkret um Frauen. Die Vergangenheit der zukünftigen Agentinnen spielt dabei keine Rolle.

JERUSALEM (inn) – Der israelische Auslandsgeheimdienst geht neue Wege: In Zeitungsannoncen und auf seiner Webseite sucht er nach Frauen als Mitarbeiterinnen. „Es ist uns egal, was Sie getan haben, uns ist wichtig, wer Sie sind!“, heißt es in der Stellenanzeige. Damit wendet sich der Mossad erstmals konkret an Frauen – obwohl diese in seiner Geschichte bereits eine bedeutsame Rolle einnahmen.

Die bekannteste Mossad-Agentin dürfte die frühere Außenministerin Zippi Livni sein. Sie war zwischen 1980 und 1984 für den Geheimdienst tätig. Über ihre Aufgaben spricht die Vorsitzende der Oppositionsfraktion „HaTnu'ah“ nicht viel. Aus externen Quellen geht hervor, dass sie eine Wohnung in Paris für den Mossad zur Verfügung stellte. Außerdem habe sie terrorverdächtige Palästinenser in Europa aufgespürt.

Die Politikerin Zippi Livni arbeitete vier Jahre lang für den israelischen Geheimdienst

„Starke Frauen gesucht“, betitelt der Nachrichtendienst seine aktuelle Anzeige – und lockt Interessentinnen mit der Aussicht auf eine wunderbare Karriere. „Der Mossad rekrutiert Sammlungsoffizierinnen mit einem besonderen Charakter“, heißt es weiter. Wer die Anzeige auf der Webseite anklickt, kann eine von vier Kategorien öffnen: operativ, Aufklärung, Stab oder Technologie und EDV.

Auszeichnung: Hälfte der Geehrten Frauen

Derzeit sind 40 Prozent der Mitarbeiter Frauen, schreibt die Tageszeitung „Yediot Aharonot". Von ihnen haben 24 Prozent hohe Schlüsselpositionen inne. In der vergangenen Woche ehrten Staatspräsident Reuven Rivlin, Premier Benjamin Netanjahu und Mossadchef Jossi Cohen zwölf Mitarbeiter wegen besonderer Verdienste. In der Zeremonie wurde hervorgehoben, dass die Hälfte der Geehrten Frauen waren – zu ihnen zählen auch Mütter mit mehreren Kindern.

In den ersten Jahrzehnten seines Bestehens agierte der Mossad völlig im Geheimen. Der Name des Chefs war unbekannt, selbst dessen Ehefrau wusste nicht von seiner Position. Dies hat sich mittlerweile geändert. Ende 2002 schaltete der Geheimdienst erstmals eine Onlineanzeige, in der er um Mitarbeiter warb.

Von: eh

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