Katarische Flugzeuge dürfen nicht mehr in Saudi-Arabien oder Ägypten landen

Katarische Flugzeuge dürfen nicht mehr in Saudi-Arabien oder Ägypten landen

Arabische Staaten gegen Katar

Sieben arabische Länder setzen ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar aus. Der israelische Verteidigungsminister sieht darin eine Chance.

DOHA (inn) – Der Abbruch der Beziehungen zu Katar durch mehrere arabische Länder wird ein politisches Erdbeben auslösen. Diese Ansicht hat der frühere israelische Gesandte in dem Golfstaat, Eli Avidar, am Montag geäußert. „Die Hamas könnte ohne katarische Unterstützung im Gazastreifen nicht überleben, noch ihre Kriege mit Israel finanzieren“, sagte er dem im Raum Tel Aviv ansässigen lokalen Radiosender „103 FM“. „800.000 ausländische Bewohner werden Katar in kurzer Zeit verlassen, das ist ein politisches Erdbeben.“ Avidar leitete von 1999 bis 2001 die Büros der israelischen Handelsvertretung in Doha.

Am Montagmorgen hatten zunächst Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten angekündigt, ihre Beziehungen zu Katar einzustellen. Sie werfen dem Golfstaat vor, Terroristen im Jemen und in Syrien zu unterstützen. Im Laufe des Tages schlossen sich der Jemen, Libyen und die Malediven der Maßnahme an. Dazu gehört die Einstellung des Flug- und Schiffsverkehrs mit Katar. Die katarischen Staatsbürger, die sich in den Ländern aufhalten, müssen diese binnen zwei Wochen verlassen.

Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Gargasch, schrieb auf Twitter: „Wir benötigen eine garantierte Straßenkarte, um das Vertrauen wieder aufzubauen, nachdem unsere Vereinbarungen gebrochen wurden.“ Katar bezeichnet die Vorwürfe als ungerechtfertigt. In einer Erklärung des Außenministeriums hieß es am Montag, der Staat sei „einer Lügenkampagne ausgesetzt“. Diese enthülle einen verborgenen Plan, den Staat Katar zu unterminieren. Katar sei der Charta des Golfkooperationsrates völlig verpflichtet. Es habe seine Aufgabe beim Kampf gegen Terror und Extremismus erfüllt.

Türkei will vermitteln

Die Türkei erklärte sich bereit, beim Lösen der Auseinandersetzung zu helfen. Außenminister Mevlut Cavusoglu sagte laut des Nachrichtensenders „Al-Dschasira" vor Journalisten in Ankara: „Die Türkei betrachtet die Einheit und Solidarität unter Golfstaaten wie unsere eigene Einheit.“

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman wertete den Abbruch der diplomatischen Beziehungen als positiv für den jüdischen Staat. Der Schritt eröffne neue Möglichkeiten im gemeinsamen Kampf gegen den Terror, sagte er am Montag in der Knesset. Die Staaten hätten nicht wegen Israels, des Zionismus oder der Juden mit Katar gebrochen, sondern allein aus Angst vor dem Terror. Von den beteiligten Ländern pflegt nur Ägypten offizielle diplomatische Beziehungen zu Israel.

Katar weist mehrere Hamas-Führer aus

Wirbel gab es zudem um eine Liste mit ranghohen Vertretern der radikal-islamischen Hamas, die sich in Katar aufhalten. Die Regierung habe diese aufgefordert, Doha zu verlassen, meldete der im Libanon ansässige Nachrichtenkanal „Al-Majadin“ am Wochenende. Dem Kanal wird eine Nähe zur Hisbollah-Miliz und zum Iran nachgesagt. Die Hamas dementierte den Bericht.

Ein ranghoher Beamter in Katar habe die Hamas aufgefordert, ihre Kontakte zum Westjordanland über ihre Führung im Gazastreifen zu pflegen und nicht vom Ausland aus, hieß es weiter bei „Al-Majadin“. Die Katarer seien nicht begeistert, aber Druck aus dem Ausland mache den Schritt nötig. Es handele sich um eine vorläufige Liste, die noch ausgeweitet werden könne. Allerdings führt der neue Chef des Politbüros, Ismail Hanije, die Geschäfte vom Gazastreifen aus.

Indes bestätigten nicht näher genannte palästinensische Quellen gemäß der israelischen Tageszeitung „Ha'aretz", mehrere ranghohe Hamas-Vertreter seien aus Katar ausgereist. Sie befänden sich unter anderem auf dem Weg in den Libanon, nach Malaysia und in die Türkei.

Von: eh

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