Der bahrainische Botschafter Buchiri präsentierte die gemeinsame Erklärung (Archivbild)

Der bahrainische Botschafter Buchiri präsentierte die gemeinsame Erklärung (Archivbild)

Gemeinsame Initiative von Israel und drei arabischen Ländern

Ein Jahr nach der Unterzeichnung bringen vier Länder der Abraham-Abkommen eine gemeinsame Erklärung beim UN-Menschenrechtsrat ein. Demnach sollen Frauen mehr Einfluss bei diplomatischen Friedensprozessen erhalten.

GENF (inn) – Erstmals haben Staaten der Abraham-Abkommen gemeinsam mit Israel eine Erklärung bei einem Gremium der Vereinten Nationen eingereicht. Der bahrainische Botschafter bei den UN-Einrichtungen in Genf, Jussuf Abdulkarim Buchiri, stellte sie am Mittwoch im Menschenrechtsrat vor. Sie trägt den Titel: „Gemeinsame Erklärung zu Frauen, Frieden und Diplomatie“.

Neben Bahrain sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko und Israel an dem Dokument beteiligt. Es geht darum, mehr Frauen an Friedensprozessen und Diplomatie zu beteiligen. „Die Integration von Frauen in die Friedensprozesse und in alle Diskussionen, die für ihre Förderung rund um den Globus relevant sind, hat einen großen Wert und eine hohe Bedeutung“, sagte Buchiri laut der „Jerusalem Post“.

Zwar werde der Beitrag von Frauen für Frieden zunehmend anerkannt. Aber ihre Rolle bei der präventiven Diplomatie sei bislang ziemlich begrenzt, ergänzte der bahrainische Botschafter. „Wir brauchen es, dass Stimmen von Frauen eine Agenda für Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung, Sicherheit und Frieden beeinflussen.“

Buchiri fügte an: „Wir sind verpflichtet, die Erfahrungen von Frauen und Mädchen in Betracht zu ziehen – sowohl aus Konfliktzonen, als auch aus Regionen mit Frieden und Stabilität.“ Laut Aussage des marokkanischen Botschafters Omar Zniber zeigt die gemeinsame Erklärung, dass die Länder aktiv zusammenarbeiten würden, um Frieden und Sicherheit zu schaffen. „Ich bin sehr erfreut, als marokkanische Delegation eine solche Aktion zu fördern.“

Israelische Botschafterin: „Neue Dynamik in der Region“

Auch der emiratische Botschafter Ahmed Aldscharman bekundete seine Unterstützung für das Vorhaben. Die israelische Vertreterin Meirav Eilon Schaha äußerte: „Die Betonung der Einbeziehung von Frauen in Friedensprozesse ist wichtig. Sie zeigt eine neue Dynamik, die wir in unserer Region und darüber hinaus fördern wollen.“

Bahrain reichte die Erkärung in der 48. regulären Sitzung des Menschenrechtsrates ein. Den Zeitpunkt ein Jahr nach Unterzeichnung der ersten Abraham-Abkommen mit den Emiraten und Bahrain hatten die Staaten bewusst gewählt. Marokko kam im Dezember dazu. Mittlerweile hat auch der Sudan ein Normalisierungsabkommen mit Israel unterzeichnet. An der Initiative im Menschenrechtsrat beteiligte er sich indes nicht.

Die Erklärung der vier Staaten wurde von 52 Nationen sowie von der „Universität des Friedens“ der Vereinten Nationen unterstützt. Die Hochschule wurde 1980 in Costa Rica gegründet. Ihre größere Mission liegt nach eigenen Angaben im Weltfrieden und den Sicherheitsidealen der UN.

Von: eh