Sebulon Simantov war der letzte bekannte Jude in Afghanistan

Sebulon Simantov war der letzte bekannte Jude in Afghanistan

Taliban sprechen nicht mit Israel

Die neue Regierung der Taliban in Afghanistan wünscht Beziehungen zu allen Ländern inklusive den USA. Einzige Ausnahme: Israel. Derweil hat der letzte Jude Afghanistan verlassen.

KABUL (inn) – Die Taliban haben nach dem Abzug der US-Truppen die afghanische Regierung gestürzt und nahezu das ganze Land kampflos eingenommen. Nun haben sie eine Regierung aufgestellt und erwarten, dass diese von anderen Ländern als rechtmäßig anerkannt wird. Ganz an der Spitze stehen Top-Terroristen, auf deren Ergreifung die USA hohe Summen ausgesetzt haben.

Suhail Schahin, ein Sprecher der Taliban, gab sich gegenüber einem russischen Sender gesprächsbereit. Wenn es im Interesse beider Länder und Völker liege, sei man gerne bereit, sogar mit Amerika zu sprechen. Die Amerikaner seien willkommen, wenn sie in Afghanistan Wiederaufbau-Hilfe leisten wollten. Nur mit Israel wollten die Taliban „natürlich“ keine Verbindung eingehen, sagte der Sprecher am Dienstag.

Die USA zeigen sich nicht gänzlich abgeneigt. Ein Sprecher des Außenministeriums teilte mit, die Regierung werde die Taliban an ihren Taten, nicht ihren Worten messen. Außerdem bedauere sie, dass keine Frauen im Kabinett der Terroristen säßen.

Im vergangenen Monat hatte Schahin dem israelischen Sender „Kan“ aus Versehen ein Interview gegeben. Er habe nicht gewusst, dass er mit einem Israeli sprach. In diesem Interview hatte er versichert, dass Sebulon Simantov, der letzte Jude Afghanistans, von den Taliban nichts zu befürchten hätte.

Anders entschieden: Letzter Jude aus Afghanistan evakuiert

Der ultra-orthodoxe amerikanische Jude Mosche Margaretten hatte in Zusammenarbeit mit Moti Kahana, dem Betreiber einer privaten amerikanischen Sicherheitsfirma, Finanzen und Logistik bereitgestellt, um Simantov außer Landes zu schaffen. Dieser hatte das Angebot jedoch ursprünglich abgelehnt. Er wolle auch unter einer neuen Taliban-Herrschaft in Afghanistan bleiben, sagte er. Das Rettungsteam wandte sich daraufhin anderen Flüchtlingen zu. Unter anderem wurde die afghanische Frauenfußballmannschaft gerettet.

Die Anschläge am Flughafen von Kabul durch die Terror-Organisation „Islamischer Staat“ haben Simantov jedoch umgestimmt, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Zusammen mit einigen anderen Afghanen, hauptsächlich Kindern, wurde er per Bus in ein nicht genanntes Nachbarland evakuiert. Das Ziel seiner Flucht sind die USA. Somit gibt es keinen bekannten Juden mehr in Afghanistan und die Kabuler Synagoge verwaist.

Von: cs