Die Weltgesundheitsorganisation hat der Gesundheitslage in den palästinensischen Gebieten einen Punkt auf ihrer Tagesordnung gewidmet

Die Weltgesundheitsorganisation hat der Gesundheitslage in den palästinensischen Gebieten einen Punkt auf ihrer Tagesordnung gewidmet

Deutschland stimmt gegen WHO-Resolution

Alle Jahre wieder: Arabische und muslimische Staaten verurteilen Israel erneut bei der Weltgesundheitsorganisation. Der Gesundheitslage in den palästinensischen Autonomiegebieten hatte die WHO einen eigenen Punkt auf ihrer Agenda gewidmet. Doch bei immer mehr Staaten regt sich Widerstand gegen dieses Vorgehen.

GENF (inn) – Auch in diesem Jahr hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Gesundheitslage in den palästinensischen Gebieten genau unter die Lupe genommen und dabei Israel isoliert behandelt. Kein anderes Gebiet oder Land sonst hatte bei der 73. Weltgesundheitsversammlung einen eigenen Punkt auf der Tagesordnung. Am Donnerstag stimmte die Mehrheit der WHO-Mitglieder für eine Resolution, die sich auf die Gesundheitslage in den Autonomiegebieten fokussiert. 14 Länder votierten dagegen, darunter Deutschland.

Vier Stunden lang befasste sich die WHO bei der virtuellen Versammlung mit der „Gesundheitslage in den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ostjerusalem, und im besetzten syrischen Golan“. Dabei brachten Vertreter zahlreicher Staaten Vorwürfe gegen Israel vor. Unter anderem sprachen Gesandte aus dem Iran, aus Venezuela, Syrien, Nordkorea, Malaysia und dem Libanon, wie die Organisation UN-Watch berichtet.

Israel auch 2021 auf Agenda

Im Anschluss stimmten die Mitglieder über eine entsprechende Resolution ab. Darin wird unter anderem ein neuer WHO-Bericht über die Gesundheitslage in den Autonomiegebieten, in Ostjerusalem sowie auf den Golanhöhen gefordert. Die Resolution sieht vor, dass das Thema im kommenden Jahr erneut auf die Agenda gebracht wird. Schuldzuweisungen gegen Israel enthält das Papier nicht. Eingebracht hatten das Dokument Kuba, der Irak, der Libanon, Katar, Syrien, Tunesien, die Türkei sowie die Palästinenser. Die Resolution wurde mit 78 zu 14 Stimmen angenommen. 32 Staaten enthielten sich. Von 56 Ländern waren keine Vertreter anwesend.

Deutschland stimmte gegen die Resolution. Im vergangenen Jahr hatte es bei der entsprechenden Abstimmung zum ersten Mal mit Nein votiert. Ebenfalls dagegen stimmten am Donnerstag die USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Brasilien, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Israel, Kamerun, Swasiland, Honduras und Mikronesien.

Der Geschäftsführer der Organisation UN-Watch, Hillel Neuer, nannte die Resolution eine „zynische Politisierung“ der WHO. Er verwies darauf, dass Tausende Palästinenser regulär in israelischen Krankenhäusern medizinisch behandelt würden. Auch habe Israel Syrern geholfen, die im Bürgerkrieg verletzt worden waren. Selbst der UN-Gesandte für den Nahen Osten, Nickolay Mladenov, habe Israel eine exzellente Kooperation mit den Palästinensern in der Corona-Pandemie bescheinigt, sagte Neuer. Länder, die für die Resolution gestimmt hatten, wie Japan, Portugal, die Schweiz, Frankreich, Belgien, Spanien, Neuseeland oder Irland, sollten sich schämen.

Norwegen warnt vor Politisierung der WHO

Ein Vergleich mit den Abstimmungsergebnissen des vergangenen Jahres zeigt, dass sich gegen die alljährlich vorgelegte Resolution immer mehr Widerstand regt: So nahmen 2019 an der Abstimmung noch 96 Länder teil, 2020 waren es 78. Elf Staaten stimmten 2019 gegen die Resolution, in diesem Jahr waren es 14. Die Zahl der Enthaltungen lag im Vorjahr bei 21 und am Donnerstag bei 32.

Im vergangenen Jahr hatten unter anderem Norwegen, Schweden, Griechenland, Zypern, Finland, Island und Uruguay noch für die Resolution gestimmt. Dieses Jahr enthielten sie sich. Norwegen hatte kritisiert, die WHO dürfe kein Forum für politische Angelegenheiten werden.

Von: dn

Sie können sich über Disqus, Facebook, Twitter oder Google anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen ein, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsachliche Formulierungen oder externe Links enthalten. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1.600 Zeichen (einschließlich Leerzeichen) nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Die Freischaltung kann bis zu 24 Stunden in Anspruch nehmen. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus