US-Präsident Trump kündigte am Freitag vor Journalisten das Abkommen zwischen Israel und Bahrain an

US-Präsident Trump kündigte am Freitag vor Journalisten das Abkommen zwischen Israel und Bahrain an

Auch Bahrain nimmt Beziehungen zu Israel auf

Selbst US-Präsident Trump scheint vom Zeitpunkt überrascht: Das Königreich Bahrain will umgehend die Beziehungen mit Israel normalisieren. Die Palästinenser sprechen von Verrat.

MANAMA / WASHINGTON (inn) – Neben den Vereinigten Arabischen Emiraten wird auch das Königreich Bahrain seine Beziehungen mit Israel normalisieren. Das gab US-Präsident Donald Trump am Freitag bekannt. Am Dienstag ist die Unterzeichnung der entsprechenden Verträge bei einer Zeremonie in Washington geplant.

Noch Anfang September war aus Bahrain zu hören, dass eine Normalisierung derzeit nicht anstehe. Warum sich der Golfstaat nun doch dazu entschlossen hat, ist unbekannt. Zwischenzeitlich hatte Manama in einem Schritt der Annäherung zwar den Luftraum für Flüge zwischen den Emiraten und Israel geöffnet. Doch auch Trump erklärte, er habe nicht gewusst, dass Bahrain nun schon zu einer Normalisierung bereit sei.

Triumph für Trump

Wie der US-Präsident weiter ausführte, leitete er am Freitag ein Telefongespräch zwischen Netanjahu und dem König Bahrains, Hamad Bin Isa al-Chalifa. Die beiden Staatsmänner haben sich demnach darauf geeinigt, Botschafter zu entsenden, Direktflüge einzurichten und Kooperationen zu vereinbaren.

Trump bezeichnete besagten Freitag – an dem die USA der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedachten – als einen „wahrhaft historischen Tag“: „In den vergangenen 72 Jahren hat es zwei Friedensverträge mit Israel gegeben. Das ist jetzt der zweite Friedensvertrag in einem Monat.“ Andere Staaten seien „hochbegeistert“ und strebten ihrerseits eine Normalisierung mit Israel an, ergänzte Trump, ohne dabei Details zu nennen.

Die Palästinenser reagierten auf die Ankündigung mit Ablehnung. Die Normalisierung sei ein „Verrat an Jerusalem, an der Al-Aqsa-Moschee und an der Sache der Palästinenser“, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. Als Konsequenz zog die Autonomiebehörde ihren Botschafter aus Bahrain ab. Am Sonntag riefen palästinensische Gruppen, darunter die Terror-Organisation Hamas und die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ (PLO), die Bevölkerung zu Protesten auf. Kritik kam auch aus dem Iran und der Türkei.

Positives Echo aus Europa

Deutschland begrüßte die angekündigte Vereinbarung. Außenminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete sie als „weiteren wichtigen Schritt zum Frieden in der Region“. Er ergänzte: „Ich bin zuversichtlich, dass von dieser Vereinbarung neue Impulse auch im Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern ausgehen werden.“

Der britische Außenminister Dominic Raab (Konservative) teilte mit, er heiße das Abkommen „herzlich willkommen“. Bahrain und Israel seien enge Freunde Großbritanniens. „Ich hoffe, dass auch andere diesen Schritten zu einem Frieden in Nahost folgen.“

Die Europäische Union begrüßte das Abkommen ebenfalls. „Die EU erkennt an, welche Rolle die USA in dieser Hinsicht gespielt haben“, erklärte der Staatenverbund am Samstag. Die EU sei bereit, Israelis und Palästinenser „bei den Bemühungen um eine Rückkehr zu bedeutsamen Verhandlungen bezüglich aller Endstatus-Fragen“ zu unterstützen.

Von: df

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