Die Rabbiner sollen in sechs Fabriken sicherstellen, dass das Fleisch wirklich koscher ist

Die Rabbiner sollen in sechs Fabriken sicherstellen, dass das Fleisch wirklich koscher ist

Israelische Rabbiner leisten Beitrag für die argentinische Wirtschaft

Der Fleischexport nach Israel ist wichtig für Argentinien. Deshalb darf eine Gruppe Rabbiner trotz Corona-Einschränkungen das lateinamerikanische Land besuchen. Sie sollen sicherstellen, dass das Rindfleisch koscher ist.

BUENOS AIRES (inn) – Argentinien lässt seit dem 20. März wegen der Corona-Pandemie keine ausländischen Besucher einreisen. Doch für 98 israelische Rabbiner hat das südamerikanische Land eine Ausnahme gemacht. Denn ihr Einsatz fördert die Wirtschaft, wie die Nachrichtenagentur JTA berichtet.

Die Rabbiner kamen mit einem Charterflug von Tel Aviv nach Buenos Aires. Das Flugzeug nahm auch 43 Argentinier mit, die in Israel gestrandet waren. Die Israelis sollen Tausende Tonnen Fleisch für koscher erklären, damit es in den jüdischen Staat exportiert werden kann. Dafür suchen sie sechs Fabriken auf.

In Argentinien gibt es nicht genügend Experten für das koschere Schächten, um die für Israel vorgesehene Fleischmenge zu begutachten. Und zwei von ihnen, Vater und Sohn Roberto und Gabriel Yabra, sind im April infolge einer Corona-Infektion gestorben. In gewöhnlichen Zeiten reisen zweimal im Jahr 15 israelische Rabbiner nach Argentinien und bleiben mehrere Monate dort.

Außenminister Sola betont Bedeutung des israelischen Marktes

Das Land ist der fünftgrößte Exporteur von Rindfleisch weltweit, und Israel zählt zu seinen größten Abnehmern. In den ersten drei Monaten der Pandemie wurden 15.000 Tonnen in den jüdischen Staat exportiert. Die Jahresprognose geht von etwa 24.000 Tonnen aus.

Der argentinische Außenminister Felipe Sola erklärte am Montag: „Der israelische Markt ist von lebenswichtiger Bedeutung. Er hat in den vergangenen Jahren einen Aufwärtstrend und eine Preisdifferenz von 42 Prozent im Vergleich zu den restlichen Märkten gezeigt.“

Vor 60 Jahren: Eichmann ausgeflogen

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern hatten vor 60 Jahren einen ersten Höhepunkt: Am 19. Mai 1960 feierte eine israelische Delegation unter dem damaligen Außenminister Abba Eban in Buenos Aires den 150. Jahrestag der argentinischen Unabhängigkeit mit.

Auf dem Rückflug am 22. Mai befand sich SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann an Bord. Er hatte nach seiner Entführung durch den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad neun Tage in einem Gefängnis der argentinischen Hauptstadt verbracht. Im September 2017 besuchte mit Benjamin Netanjahu erstmals ein israelischer Premier offiziell das südamerikanische Land.

Von: eh

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