Beschwerde wegen anti-israelischer Tweets: In einer ihrer ersten Amtshandlungen wandte sich Strategieministerin Farkasch-Hacohen an Twitter

Beschwerde wegen anti-israelischer Tweets: In einer ihrer ersten Amtshandlungen wandte sich Strategieministerin Farkasch-Hacohen an Twitter

Israel fordert Löschung von Chameneis Twitter-Konto

Twitter muss das Konto des iranischen Führers Chamenei wegen seiner Vernichtungsdrohungen sperren, fordert die Regierung in Jerusalem. Unterdessen kritisiert der Oberrabbiner von Teheran den Zionismus.

JERUSALEM / TEHERAN (inn) – Die israelische Strategieministerin Orit Farkasch-Hacohen hat den Kurznachrichtendienst Twitter am Sonntag aufgefordert, das Konto des iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei umgehend zu sperren. Dieser hatte am Freitag auf der Plattform die Vernichtung Israels angedroht. Tweets dieser Art würden gegen die Twitter-Leitlinien verstoßen, begründete Farkasch-Hacohen ihr Ansinnen.

In einem Brief an Twitter-Chef Jack Dorsey schrieb die Blau-Weiß-Politikerin: „In den vergangenen Tagen hat Chamenei eine Reihe antisemitischer Tweets gepostet und darin die Zerstörung des Staates Israels und des jüdischen Volkes gefordert. Das kann nicht ignoriert werden.“ Chamenei hatte Israel unter anderem mit einem Krebsgeschwür verglichen. Farkasch-Hacohen erklärte weiter: „Chamenei benutzt sein Twitter-Konto, um Hass gegen das jüdische Volk und gegen den Staat Israel zu verbreiten.“

Oberrabbiner von Teheran: Zionismus widerspricht Judentum

Unterdessen hat sich der Oberrabbiner von Teheran, Jehuda Gerami, mit einer kritischen Botschaft „an Zionisten und vor allem an (den israelischen Premier Benjamin) Netanjahu“ gewandt. Gerami spricht in seinem Amt für die jüdische Gemeinschaft im Land. Zum anti-israelischen „Al-Quds-Tag“ sagte er am Freitag im Staatsfernsehen: „Ihr Zionisten solltet wissen, dass ihr nicht das jüdische Volk repräsentiert. Ihr repräsentiert nur die Idee einer politischen Bewegung. Deren Ideen und Werte widersprechen den Ideen und Werten unserer heiligen Lehren und der jüdischen Religion.“

Gerami hatte im Januar auch die Tötung des Kommandeurs der Revolutionsgarden, Kassem Soleimani, verurteilt. Dazu sagte der israelische Radiojournalist Rani Amrani vom persischsprachigen Sender „RadioRan“, Juden im Iran müssten bei solchen Bekundungen mitmachen. So nähmen sie auch am anti-israelischen „Al-Quds-Tag“ Teil aus Angst, angegriffen zu werden. „In ihren Herzen lieben sie Israel. Sie sind in einer Lage, in der sie beweisen müssen, dass sie keine Verbindung zum Zionismus haben“, erklärte Amrani laut der israelischen Zeitung „Israel Hajom“. Amrani gelangte 1991 als 14-Jähriger auf dem Fluchtweg nach Israel.

Nach Informationen des Jüdischen Weltkongresses leben im Iran derzeit bis zu 20.000 Juden, nach anderer Zählung nur 9.000. Vor der Revolution 1979 waren es bis zu 100.000. Viele flohen damals, weil sie erlebten, wie der Geschäftsmann und damalige Vertreter der jüdischen Gemeinschaft, Habib Elghanian, wegen seiner Kontakte nach Israel im Mai 1979 hingerichtet wurde. Elghanian baute mit seinen Brüdern 1964 etwa das erste Hochhaus im Diamantviertel von Ramat Gan, das Schimschon-Hochhaus.

Von: df

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