Der Vorsitzende der Jewish Agency, Herzog, (2.v.l.), US-Außenminister Pompeo (M.) und Bundesaußenminister Maas (r.) besuchen die Synagoge in Halle

Der Vorsitzende der Jewish Agency, Herzog, (2.v.l.), US-Außenminister Pompeo (M.) und Bundesaußenminister Maas (r.) besuchen die Synagoge in Halle

Herzog fordert mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Knapp einen Monat nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle besuchen US-Außenminister Pompeo und der Vorsitzende der Jewish Agency, Herzog, den Tatort. Sie rufen zu einem stärkeren und gemeinsamen Vorgehen gegen Antisemitismus auf.

HALLE (inn) – US-Außenminister Mike Pompeo hat am Donnerstag die Synagoge in Halle besucht, die am 9. Oktober Ziel eines Anschlags war. Begleitet wurde er dabei unter anderem von seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas und dem Vorsitzenden der israelischen Einwanderungsbehörde Jewish Agency, Isaak Herzog.

Die Gruppe legte zudem vor dem Döner-Imbiss, in dem der Attentäter einen 20-jährigen Mann erschossen hatte, Blumen nieder. Pompeo sagte dazu: „Es ist mir eine Ehre, an Ihrer Seite zu sein und Amerikas Mitgefühl für das, was hier stattgefunden hat, zu teilen und die Welt daran zu erinnern, dass Antisemitismus nicht nur auf bestimmte Orte beschränkt ist.“ Der US-Außenminister forderte ein gemeinsames Vorgehen gegen Antisemitismus und gegen Angriffe auf die Religionsfreiheit.

Herzog: Schärfere Gesetze bei Hassverbrechen

Der frühere Oppositionsführer in Israel, Herzog, bezeichnete es als Wunder, dass die Juden von Halle an Jom Kippur keinem Massaker zum Opfer gefallen seien. Führende Politiker weltweit müssten sich zu einem „unerbittlichen Kampf gegen Antisemitismus zusammenschließen, indem sie die jüdischen Institutionen schützen, aber vor allem durch Aufklärung und eine feste Gesetzgebung gegen Hassverbrechen“.

Herzog hält sich angesichts des zunehmenden Antisemitismus in Europa für Gespräche mit Politikern und jüdischen Vertretern in Deutschland auf. Pompeo ist anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls zu Besuch.

Am 9. Oktober hatte ein schwer bewaffneter Attentäter erfolglos versucht, in die Synagoge von Halle einzudringen. Zu dem Zeitpunkt begingen rund 50 Juden den Feiertag Jom Kippur. Später erschoss der Deutsche auf der Straße eine Passantin. In einem nahegelegenen Döner-Imbiss tötete er einen Mann. Der 27-Jährige Täter sitzt in Untersuchungshaft.

Von: dn