Agernesch Mengistu (Mitte) ist die Mutter des im Gazastreifen vermissten äthiopisch-stämmigen Zivilisten Avra Mengistu. Am Sonntag traf sie Israels Premier Benjamin Netanjahu (r.) und dessen äthiopischen Amtskollegen Abij Ahmed (l.).

Agernesch Mengistu (Mitte) ist die Mutter des im Gazastreifen vermissten äthiopisch-stämmigen Zivilisten Avra Mengistu. Am Sonntag traf sie Israels Premier Benjamin Netanjahu (r.) und dessen äthiopischen Amtskollegen Abij Ahmed (l.).

In Gaza vermisst: Äthiopiens Premier trifft Mutter von Mengistu

Vor knapp anderthalb Jahren wurde Abij Ahmed zum Premier von Äthiopien gewählt. Nun besucht er das erste Mal den jüdischen Staat. Dabei betonte er die Verbundenheit der Länder – und kondolierte der Familie des im Juni durch einen Warnschuss in Israel getöteten Äthiopiers.

JERUSALEM (inn) – Besuch aus Afrika: Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Sonntag in seinem Büro seinen äthiopischen Amtskollegen Abij Ahmed begrüßt. Es ist der erste Besuch des Äthiopiers in Israel, nachdem er im April vergangenen Jahres gewählt wurde. Direkt nach seiner Ankunft besuchte er die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Amtskollegen Abij und Netanjahu

Amtskollegen Abij und Netanjahu

Beim Treffen mit Netanjahu nutzte Abij die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch mit der Mutter des im Gazastreifen vermissten äthiopisch-stämmigen Zivilisten Avra Mengistu, Agernesch Mengistu. Sie war zu dem Empfang eingeladen. Ihr Sohn hatte im Sommer 2014 als Zivilist den Grenzzaun überquert und war trotz Aufforderungen der Armee nicht umgekehrt. Die Hamas nahm ihn daraufhin gefangen. Der Israeli mit äthiopischen Wurzeln hatte zuvor mit psychischen Problemen zu kämpfen.

Äthiopischer Premier: „Wir sind Brüder“

Des Weiteren sandte der äthiopische Staatsmann der Familie des im Juni in Israel getöteten 19-jährigen Äthiopiers Solomon Teka tröstende Worte. Der junge Mann war durch einen Warnschuss eines Polizisten außer Dienst ums Leben gekommen. Tekas Tod löste eine Reihe von Demonstrationen aus.

Abij sagte laut der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“, er möchte die „Chance wahrnehmen, um der Familie von Solomon Teka, einem äthiopischen Israeli, der hier sein Leben durch einen tragischen Vorfall verlor, Respekt zu zollen“. In Zeiten von Tragödien würden die beiden Länder wie „zwei Familien zusammen trauern“. Auf Hebräisch sagte er: „Wir sind Brüder.“

Knesset-Mitglieder aus Äthiopien: Botschafter des Landes

In seinem Grußwort kondolierte Abij zudem den Familien dreier Israelis, die dieses Jahr in Äthiopien ums Leben gekommen sind: Schimon Re’em und Avraham Matzliah starben beim Absturz eines äthiopischen Flugzeugs im März. Die israelische Studentin Aja Na’amneh kam zudem während einer Wanderung in der Danakil-Wüste im August ums Leben.

Netanjahu lobte Abij für Wirtschaftsreformen, die er in seinem Land angestoßen hat. Die Wirtschaftszusammenarbeit zwischen Israel und Äthiopien hat laut dem israelischen Premier großes Potential: „Unser Handel ist klein, nur 300 Millionen US-Dollar, und kann um das Zehnfache wachsen.“ Darüber sprachen die Politiker während ihres Treffens sowie über die Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Landwirtschaft, Wassermanagement und Technologie. Von islamistischem Terrorismus seien beide Länder betroffen. Hier könnten sie sich über ihre gesammelten Erfahrungen und den Umgang damit austauschen.

Abij traf zudem den israelischen Präsidenten Reuven Rivlin und zwei in Äthiopien geborene Abgeordnete der Knesset, Pnina Tamano Schata und Gadi Jevarkan. Abij sagte ihnen, dass er stolz auf sie sei und sie als Botschafter Äthiopiens in Israel betrachte.

Von: mab

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