Hat sich in Jordanien ein Bild von der Lage palästinensischer Flüchtlinge gemacht: UN-Generalsekretär Guterres (Archivbild)

Hat sich in Jordanien ein Bild von der Lage palästinensischer Flüchtlinge gemacht: UN-Generalsekretär Guterres (Archivbild)

UN-Chef Guterres besucht palästinensisches Flüchtlingslager

UN-Generalsekretär Guterres hat in einem palästinensischen Flüchtlingslager davor gewarnt, die UN-Schulen zu schließen. Dort würden Menschenrechte und Toleranz gelehrt.

AMMAN (inn) – UN-Generalsekretär Guterres hat in Jordanien das palästinensische Flüchtlingslager Baqa nördlich von Amman besucht. Er forderte die internationale Staatengemeinschaft zur Unterstützung der Flüchtlinge auf.

Baqa wurde 1968 errichtet. Dort leben vor allem Palästinenser, die während des Sechs-Tage-Krieges aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen geflohen waren. Mit rund 120.000 Bewohnern ist es das größte von insgesamt sechs Flüchtlingslagern in Jordanien.

Der UN-Chef traf sich mit Mitarbeitern des UN-Hilfswerkes für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) und Bewohnern von Baqa. Auch eine UN-Schule besuchte er. Dabei warb er für eine Fortsetzung der Arbeit der UNRWA. Vor allem die Schulen dürften nicht geschlossen werden, sagte Guterres. Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte er mit: „Ich war so bewegt, Schüler in einer UNRWA-Schule in Jordanien zu sehen, die über Demokratie, Menschenrechte und Toleranz lernen und darauf vorbereitet werden, vorbildliche Bürger zu werden. Diese Schulen dürfen nicht geschlossen werden! Ich appelliere an die internationale Gemeinschaft, die UNRWA weiterhin zu unterstützen.“ Die Programme der UNRWA seien ein wichtiger Beitrag zum Wohlergehen der palästinensischen Flüchtlinge. Sie dienten der Wahrung ihrer Menschenrechte und Würde und seien ein wichtiger Stabilitätsfaktor.

Die USA hatten im vergangenen September ihre Zahlungen an die UNRWA gestoppt. Die Regierung in Washington wirft der Organisation vor, das Flüchtlingsproblem künstlich am Leben zu halten und so eine Lösung des Konfliktes mit den Palästinensern zu verhindern. Seitdem befindet sich das Hilfswerk in einer finanziellen Krise.

„Naher Osten nicht nur Krisenherd“

Nach dem Besuch in Baqa sagte Guterres laut einer Mitteilung der UN: „Die Geschichten, die ich heute gehört habe, waren sehr überzeugend. Sie zeigten sowohl die Stärke und den Mut der palästinensischen Flüchtlinge als auch ihre Besorgnis über ihre Zukunft.“

Guterres befand sich anlässlich des Nahost-Nordafrika-Gipfels in Jordanien. Dieser war im Rahmen des 17. Weltwirtschaftsforums am Toten Meer am Samstag eröffnet worden. Der UN-Generalsekretär bezeichnete Jordanien als eine „fundamentale Säule regionaler Stabilität“. Er sprach sich für eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt aus. Zugleich mahnte er an, den Nahen Osten und Nordafrika nicht nur als Konfliktregionen zu betrachten, sondern als Gebiete mit vielen Möglichkeiten. Mit den richtigen internen Ansätzen und der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft könnten hier „bemerkenswerte Dynamiken und Kapazitäten“ entstehen, sagte Guterres.

Von: dn

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