Der Vorsitzende der Jewish Agency, Herzog (r.), begrüßt die Gruppe der äthiopischen Juden am Ben-Gurion-Flughafen

Der Vorsitzende der Jewish Agency, Herzog (r.), begrüßt die Gruppe der äthiopischen Juden am Ben-Gurion-Flughafen

Äthiopische Juden nach Israel heimgekehrt

Wenn das Jahr 2019 vorbei sein wird, sollen rund 1.000 äthiopische Juden nach Israel eingewandert sein. Eine erste kleine Gruppe machte am Montag den Anfang. Es ist aber kompliziert, weil ihnen nicht das Recht auf Rückkehr eingeräumt wird.

TEL AVIV (inn) – Am Montag sind 82 äthiopische Juden auf dem Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv angekommen. Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, sind sie der erste Teil der rund 1.000 Äthiopier, die nach einer Kabinettsentscheidung des vergangenen Jahres nach Israel einreisen dürfen.

Die „Falasch Mura“ sind äthiopische Juden, deren Vorfahren im 19. Jahrhundert – in den meisten Fällen unter Zwang – zum Christentum konvertiert waren. In Äthiopien leben heute noch geschätzt 8.000 dieser Stammesmitglieder. Das israelische Innenministerium sieht sie nicht als Juden an. Deswegen gilt für sie auch nicht das Recht der Rückkehr, das jedem Juden auf dieser Welt die Einwanderung nach Israel erlaubt. Stattdessen erhalten die Äthiopier nach und nach spezielle Erlaubnisse von der Regierung.

Einreise auch Geldfrage

Bei dieser Einreise waren nur Äthiopier dabei, die Familienmitglieder ersten Grades in Israel haben. Sie durften ihre Lebenspartner und unverheiratete Kinder mitbringen, die selbst noch keine Kinder haben. Laut „Times of Israel“ ist die Einreise auch eine Geldfrage. 2015 gab es einen Kabinettsbeschluss, wonach alle 8.000 Stammesmitglieder innerhalb von fünf Jahren nach Israel geholt werden sollten.

Das hätte pro Jahr umgerechnet ungefähr 48 Millionen Euro gekostet. Dieses Budget wurde nie von der Regierung bewilligt. Die Zukunft der übrigen 7.000 Äthiopier ist ungewiss. Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem hat 1,1 Millionen Euro für die Flüge und die Betreuung der äthiopischen Juden in diesem Jahr bereitgestellt.

Der Minister für Einwanderung, die sogenannte Alija, Joav Gallant, und der Vorsitzende der Jewish Agency Jitzchak Herzog begrüßten am Montagabend die Äthiopier am Ben-Gurion-Flughafen. „Das ist ein aufregender Moment und ganz Israel umarmt euch“, sagte Herzog zu den Eingewanderten. Er versprach, dass sich die Jewish Agency in den kommenden zwei Jahren um sie kümmern werde. Der 61-jährige Äthiopier Atersau Baije sagte bei seiner Ankunft: „Ich bin sehr glücklich und aufgeregt, meine Tochter wiederzusehen.“ Er habe mehr als zwölf Jahre gewartet, um mit ihr wieder vereint zu sein. Sie lebt in Tel Aviv. Er brachte seine Ehefrau und sechs weitere Kinder mit sich. Zwei Kinder habe er aber in Äthiopien zurücklassen müssen.

Von: mm

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