Die Menschen in Gaza-Stadt hätten das katarische Geld für Gehälter und Strom gut gebrauchen können

Die Menschen in Gaza-Stadt hätten das katarische Geld für Gehälter und Strom gut gebrauchen können

Hamas will Katar-Millionen nicht

Die 15 Millionen Dollar aus Katar werden im Gazastreifen dringend für Beamtengehälter und Diesel für das Kraftwerk benötigt. Die Hamas lehnt das Geld jetzt trotzdem ab und spricht von „Erpressung“ durch Israel.

JERUSALEM / GAZA (inn) – Israel hat am Donnerstag erlaubt, katarisches Geld in Höhe von 15 Millionen Dollar in den Gazastreifen bringen zu lassen. Laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ hat die dort regierende Terror-Organisation Hamas das aber abgelehnt. Das Geld war als weitere Unterstützung gedacht, um den Gazastreifen vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu bewahren.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hatte nach längerer Diskussion die Entscheidung, das Geld nach Gaza zu lassen, unterstützt. Gestoppt wurde der Transfer ursprünglich, weil es am Dienstag wieder gewaltsame palästinensische Ausschreitungen an der Gaza-Grenze gab. Ein israelischer Soldat wurde von einer Kugel am Kopf getroffen, woraufhin Israel Luftangriffe auf Hamas-Stellungen flog. Die finanziellen Mittel waren für Beamtengehälter, Bedürftige und Diesel-Einkäufe für das Stromwerk vorgesehen.

„Erpressung durch israelisches Wahltheater“

Der Hamas-Vertreter Chalil al-Hajja erklärte das Ablehnen des Geldes auf einer Pressekonferenz. Grundlage dafür war ein Gespräch zwischen der Hamas und dem katarischen Vorsitzenden des Komitees für den Wiederaufbau des Gazastreifens, Mohammed al-Emadi. „Al-Emadi hat verstanden, warum wir den Fonds unter den israelischen Bedingungen ablehnen mussten. Gaza wird sich nicht durch israelisches Wahltheater erpressbar machen lassen“, sagte Al-Hajja im Bezug auf die Knesset-Wahlen am 9. April.

Al-Emadi reiste am Mittwoch über den Eres-Grenzübergang nach Gaza. Die Nachrichtenagentur „Reuters“ zitiert den palästinensischen Wirtschaftsexperten Mohammad Abu Dschajjab. Demnach gibt es von israelischer Seite neue Bedingungen für die Einfuhr von katarischem Geld. Israel wollte diese Information nicht kommentieren.

Im November startete ein auf sechs Monate angelegtes Förderprogramm der Kataris in einer Höhe von 150 Millionen Dollar, um Beamtengehälter und Treibstoff im Gazastreifen zu bezahlen. Katar verspricht sich von der Hilfe nicht nur Stabilität in der Region, sondern auch eine bessere internationale Wahrnehmung, nachdem Saudi-Arabien und andere Golfstaaten ihm diplomatisch den Rücken zugekehrt hatten. Die Kataris planen weiter ein 80 Millionen Dollar teures Elektrizitätsprojekt, bei dem israelischer Strom für die Palästinenser eingekauft wird. Dann sollen die Palästinenser Katar die Rechnung bezahlen.

Geld geht jetzt an humanitäre Projekte

Am Freitagnachmittag gab Al-Emadi bekannt, dass Katar die 15 Millionen Dollar in einer Korporation mit den Vereinten Nationen an humanitäre und Infrastrukturprojekte im Gazastreifen gibt. „Das Hauptziel der katarischen Unterstützung ist es, das Leiden des palästinensischen Volkes zu verringern“, sagte Al-Emadi auf einer Pressekonferenz in Gaza. Einige Parteien hätten die humanitäre Unterstützung falsch als „Waffenruhe für Dollar“-Geschäft interpretiert.

Von: mm

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