Sind sich einig über die Wiederaufnahme der Beziehungen: Netanjahu und Déby

Sind sich einig über die Wiederaufnahme der Beziehungen: Netanjahu und Déby

Tschad und Israel nehmen Beziehungen wieder auf

Im Tschad legen Präsident Déby und Israels Premier Netanjahu den Grundstein für eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen. Doch der historische Besuch gefällt nicht allen: Islamisten greifen als Reaktion tschadische Soldaten in Mali an.

N'DJAMENA (inn) – Nach 47 Jahren nehmen der Tschad und Israel wieder diplomatische Beziehungen auf. Das gab der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag bei einem Besuch in dem afrikanischen Land bekannt. In der Hauptstadt N'Djamena kam er mit Präsident Idriss Déby zusammen. Dieser hatte im November als erstes tschadisches Staatsoberhaupt Israel besucht.

Vor dem Start am Sonntagmorgen hatte Netanjahu gesagt, der Tschad sei „ein riesiges muslimisches Land, das an Libyen und den Sudan grenzt“. Er ergänzte laut einer Mitteilung seines Büros: „Dies ist Teil der Revolution, die wir in der arabischen und islamischen Welt machen.“ Zum ersten Mal hatte der Sudan einem israelischen Flugzeug die Überflugrechte für den Südsudan gewährt, wo er die Lufthoheit innehat. Dadurch verkürzte sich die Flugzeit um eine Stunde, schreibt die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Allerdings würde der direkte Weg über Ägypten und den Sudan führen.

Bei seinem Treffen mit Déby im Präsidentenpalast verkündete Netanjahu dann die Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen. Der Likud-Vorsitzende ist der erste israelische Regierungschef überhaupt, der den Tschad besuchte. „Der Tschad ist ein sehr wichtiges Land und ein sehr wichtiges Land für Israel“, sagte er nach dem Treffen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Déby. Die Zusammenarbeit werde „eine bessere, sicherere und blühendere Zukunft für unsere beiden Völker“ schaffen. „Es ist bedeutend für uns, dass der Tschad ein Land mit einer muslimischen Mehrheit ist, das Israels Freundschaft anstrebt.“

Netanjahu: Afrikaner und Juden von Nazis verfolgt

Mit dem Präsidenten habe er auch über den Zweiten Weltkrieg gesprochen, sagte Netanjahu weiter. Denn es gebe keine Vision ohne ein Studieren der Vergangenheit. „Déby erzählte mir vom tiefen Eindruck, den sein Besuch in (der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte) Yad Vashem und ein früherer Umgang mit dem Holocaust auf ihn gemacht hatten. Aber ich erfuhr heute vom Schicksal afrikanischer Kämpfer, Soldaten, im Zweiten Weltkrieg, Kriegsgefangene, die von den Nazis ermordet wurden, genau deswegen, weil sie schwarz waren. Das ist eine Geschichte, die erzählt werden muss.“ An die Menschen im Tschad gewandt, fügt er an: „Sie haben gelitten, weil Sie schwarz waren; wir haben gelitten, weil wir Juden waren.“

Der historische Besuch stieß bei Palästinensern auf Kritik. Der katarische Nachrichtensender „Al-Dschasira“ zitiert einen offiziellen palästinensischen Vertreter, Wasel Abu Jussef, mit den Worten: „Alle Länder und Einrichtungen müssen Israels extremistische Regierung wegen ihrer Siedlungsaktivitäten und ihrer Besatzung von palästinensischem Land boykottieren."

Angriff auf tschadische Blauhelme

Indes griffen Islamisten aus Verärgerung über das Treffen einen Stützpunkt der UN-Friedenstruppen in Mali an. Dabei wurden zehn Blauhelme aus dem Tschad getötet, mindestens 25 Menschen erlitten Verletzungen. Zu dem Überfall bekannte sich die Organisation „Al-Qaida im Islamischen Magreb“ (AQIM). Sie gab an, es handele sich um eine Reaktion auf Netanjahus Besuch im Tschad. Dies berichtet die mauretanische Nachrichtenagentur „Al-Achbar“, die immer wieder Mitteilungen der Gruppe erhält.

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Angriff auf die Friedenstruppen in Aguelhok nahe der Grenze zu Algerien scharf. Er forderte, dass die Täter vor Gericht gestellt werden.

Von: eh

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