Déby und Netanjahu sehen eine neue Ära der Zusammenarbeit anbrechen

Déby und Netanjahu sehen eine neue Ära der Zusammenarbeit anbrechen

Präsident des Tschad erstmals in Israel

Bei den Beziehungen zu afrikanischen Ländern hat Israel am Sonntag ein neues Kapitel aufgeschlagen: Erstmals besucht ein Präsident des Tschad den jüdischen Staat. Regierungschef Netanjahu nutzt das Treffen für einen Seitenblick auf die arabische Welt.

JERUSALEM (inn) – Am Sonntag hat erstmals ein Präsident des Tschad Israel besucht. Regierungschef Benjamin Netanjahu empfing Idriss Déby am Nachmittag in seinem Amtssitz in Jerusalem. Er sagte, der Besuch sei ein „diplomatischer Durchbruch“. Nun beginne eine „neue Ära in Fragen der Sicherheit, der Zusammenarbeit und des Friedens“.

Die beiden Staaten unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Der Tschad hatte diese 1972 auf Betreiben des damaligen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi aufgekündigt.

Wie in alten Zeiten

Wie Netanjahu vor Journalisten betonte, wollen die beiden Länder ihre Beziehungen in vielen Feldern ausbauen. An erster Stelle nannte er den Kampf gegen Terrorismus. Doch auch in Fragen der Gesundheitsversorgung, des sauberen Wassers und der Ernährung könnten die beiden Nationen „zu beider Vorteil“ zusammenarbeiten. Netanjahu wies darauf hin, dass dies in den 1960er und frühen 1970er Jahren bereits der Fall gewesen sei. Besonders nach dem Jom-Kippur-Krieg hatten viele afrikanischen Länder auf Druck der arabischen Welt die Beziehungen zu Israel beendet.

Wie Netanjahu weiter ausführte, hätten die beiden Staatsmänner bei ihrem Treffen die Veränderungen in der Region angesprochen. Netanjahu verwies besonders auf seinen überraschenden Besuch im Oman. „Es wird noch weitere Besuche in arabischen Ländern geben“, sagte Netanjahu, ohne jedoch auf Details einzugehen.

Déby sagte bei der Pressekonferenz, er wolle die diplomatischen Beziehungen wieder aufnehmen. „Der heutige Besuch in Ihrem schönen Land ist Ausdruck für unseren Wunsch, die Beziehungen, die die ganze Zeit bestanden hatten, in die Hand zu nehmen und auszubauen“, sagte der 66-Jährige laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Doch dies bedeute nicht, dass der Tschad damit die „palästinensische Angelegenheit“ ignoriere. „Mein Land ist dem Friedensprozess tief verbunden und hat die Arabische Friedensinitiative, die Madrider Konferenz und bestehende Vereinbarungen mitgestaltet.“

Rivlin: Tschad ist die Zukunft

Am Abend empfing Staatspräsident Reuven Rivlin den Gast aus dem zentralafrikanischen Land. Dabei betonte er, der Tschad sei ein „wichtiges Land“ für Israel. „Für uns ist Afrika die Zukunft, Tschad ist die Zukunft.“ Rivlin gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die beiden Länder wieder vollständige Beziehungen aufnehmen und er bald einen Botschafter des Tschad empfangen kann.

Besonders in jüngster Zeit haben sich die Beziehungen wieder vertieft. Im Jahr 2014 gründete sich die Afrika-Gruppe der Knesset. 2016 bereiste Netanjahu als erster israelischer Regierungschef seit 30 Jahren wieder ein Land südlich der Sahara. Ein Jahr später war er der erste nicht-afrikanische Staatenlenker auf dem Gipfel der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) in Liberia.

Von: df

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