„Liquidiert den Finanzier von Mord!“, heißt es auf dem Plakat

„Liquidiert den Finanzier von Mord!“, heißt es auf dem Plakat

Israelische Organisation will Abbas liquidieren

Nach dem Attentat in Ofra ruft eine israelische Organisation zur Ermordung von Palästinenserpräsident Abbas auf. Sie macht ihn für den Terror mitverantwortlich. Palästinensische Politiker sind entsetzt.

RAMALLAH (inn) – Die israelische Organisation „Derech Chaim“ (Weg des Lebens) hat eine Kampagne gestartet, die zur Liquidierung von Mahmud Abbas, dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), aufruft. Die Gruppe hängte in Siedlungen und an Straßen im Westjordanland Plakate auf, die Abbas in einem Fadenkreuz zeigen, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Auf den Plakaten heißt es auf Hebräisch: „Liquidiert den Finanzier von Mord!“ Und: „Es ist an der Zeit zu sagen: Finanzier von Mord = Mörder“.

„Derech Chaim“ bezieht sich damit auf Zahlungen, die palästinensische Stellen an Attentäter und deren Familien leisten, wenn deren Tat in einem Zusammenhang mit dem „Kampf gegen die israelische Besatzung“ steht. Abbas hatte sich in der Vergangenheit offen zu den Zahlungen bekannt. Auf Facebook erklärte die Organisation zudem, es handele sich um eine Reaktion auf den jüngsten Terroranschlag in Ofra. „Derech Chaim“ wirft der israelischen Politik vor, dass sie nicht angemessen auf Terrorattacken reagiere. Maßnahmen wie Hausabrisse könnten den Terrorismus nicht beseitigen: „Es ist an der Zeit, nicht länger zu reden, sondern zu handeln.“

Palästinenser machen israelische Regierung verantwortlich

Palästinensische Vertreter zeigten sich entsetzt angesichts der Kampagne. Sie machen die israelische Regierung für die Aktion mitverantwortlich, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA. „Siedlerterrorismus und Aufhetzung ist ein israelisches Expansionsmittel, um das koloniale Siedler-Regime im palästinensischen Staat zu erzwingen“, erklärte das palästinensische Außenministerium. Israel unterstütze „Siedlerterroristen“ politisch und finanziell und praktiziere eine „Politik der Straffreiheit“. „Präsident Abbas nimmt diese Aufhetzungen ernst und fordert die internationale Gemeinschaft dazu auf, solche provokativen Aktionen zu verurteilen“, hieß es am Dienstag zudem in einer Stellungnahme des palästinensischen Kabinetts.

Ein Sprecher von Abbas erklärte, die Aktion überschreite „alle roten Linien“. Er forderte die israelische Regierung dazu auf, auf den Stopp solcher Aktionen hinzuwirken. Eine Sprecherin der israelischen Polizei erklärte unterdessen, es werde untersucht, ob die Plakate entfernt würden, schreibt die „Times of Israel“.

Von: ser

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige