Der Schweizer Außenminister Cassis sieht die UNRWA kritisch (Archivbild)

Der Schweizer Außenminister Cassis sieht die UNRWA kritisch (Archivbild)

Schweizer Außenminister: UNRWA steht Frieden entgegen

Die UNRWA hält den israelisch-palästinensischen Konflikt lebendig, kritisiert der Schweizer Außenminister Cassis nach einem Besuch vor Ort. Er plädiert dafür, Jordanien bei der Integration palästinensischer Flüchtlinge zu helfen.

BERN (inn) – Für den Schweizer Außenminister Ignazio Cassis ist das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) ein Hemmnis für den Frieden. Das Werk liefere „die Munition, den Konflikt weiterzuführen“, sagte der FDP-Politiker der „Luzerner Zeitung“ in einem Interview vom Donnerstag. So halte die UNRWA den Traum von der Rückkehr aufrecht; dies sei bei fünf Millionen palästinensischen Flüchtlingen jedoch „unrealistisch“.

Cassis stört sich auch am Begriff „Flüchtlinge“, der in diesem Fall nicht mehr zutreffe. „Wir sprechen von Familien der dritten Generation, die nicht in eigentlichen Lagern, sondern in Städten leben.“ Der 57-Jährige fordert daher eine grundsätzliche Beschäftigung mit der UNRWA. „Indem wir UNRWA unterstützen, halten wir den Konflikt am Leben. Es ist eine perverse Logik, denn eigentlich wollen alle den Konflikt beenden. Deshalb müsste die UNO-Generalversammlung sich wieder vertieft damit auseinandersetzen.“

Plädoyer für Integration

Die Entscheidung der USA, die Gelder für die UNRWA einzuschränken, ist für Cassis nachvollziehbar. Andere Fälle hätten gezeigt: „Fehlt das Geld, bewegt sich endlich etwas.“ Andererseits sei damit auch das Risiko verbunden, dass eine „Maschinerie“ zerfällt, die für Stabilität sorge. „Millionen von Palästinensern könnten auf die Straße gehen.“ Die Schweiz werde daher den USA in diesem Punkt nicht folgen. Sinnvoller sei es, Jordanien zu unterstützen, „um die Integration der palästinensischen Flüchtlinge zu fördern“.

Cassis war zu Beginn dieser Woche in Jordanien, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu verschaffen. Dabei legte er den Fokus laut „Luzerner Zeitung“ auf die 2,4 Millionen palästinensischen Flüchtlinge. In Jordanien leben zudem 660.000 syrische Flüchtlinge.

Die Schweiz ist mit umgerechnet 23 Millionen Euro der achtgrößte Geldgeber der UNRWA. Deutschland steht mit 61,3 Millionen Euro an dritter Stelle hinter den USA und der Europäischen Union.

Von: df

Sie können sich über Disqus, Facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen ein, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsachliche Formulierungen oder externe Links enthalten. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1.600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungs- bedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus