Der ägyptische Präsident Abdel Fattah a-Sisi (l.) möchte Abbas zu neuen Friedensverhandlungen bewegen (Archivbild)

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah a-Sisi (l.) möchte Abbas zu neuen Friedensverhandlungen bewegen (Archivbild)

Ägypten drängt auf israelisch-palästinensische Verhandlungen

Ägypten verdächtigt die radikal-islamische Hamas, Terroristen im Sinai zu unterstützen. Auch deshalb übt es Druck auf Fatah-Chef Abbas aus.

KAIRO / RAMALLAH (inn) – Ägypten wünscht, dass Israel und die Palästinenser wieder in Verhandlungen treten. Deshalb übe es gemeinsam mit gemäßigten arabischen Staaten Druck auf den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, aus. Dies hat ein namentlich nicht genannter ranghoher ägyptischer Vertreter gegenüber der Verteilzeitung „Israel Hajom“ geäußert.

Demnach sind Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und Staaten des Persischen Golfes daran interessiert, eine Front gegen die gemeinsamen Herausforderungen des Terrors zu bilden. Zu den Bedrohungen gehöre die Konzentration der militärischen Aktivitäten des Iran in der Region, vor allem in Syrien. Auch die Zusammenarbeit palästinensischer Terrorgruppen mit dem Iran, der Hisbollah und den islamistischen Organisationen auf der Sinaihalbinsel stelle eine Gefahr dar.

Palästinensischer Vertreter: Hamas arbeitet mit IS zusammen

Ein ranghoher Vertreter in Abbas' Büro in Ramallah hat die Angaben im Gespräch mit „Israel Hajom“ bestätigt: „Die Palästinensische Autonomiebehörde ist gewaltigem Druck von Seiten einiger Staaten in der Region ausgesetzt, an den Verhandlungstisch mit Israel zurückzukehren und die Abstimmung mit Israel im Sicherheitsbereich voll und ganz wieder aufzunehmen“, wird er in dem Bericht zitiert. Es gehe um einen Versuch, eine regionale Front gegen den iranischen Einfluss in der Region zu schaffen.

Der Palästinenser ergänzte, der Druck von Ägypten auf Abbas, die Sicherheitskoordination wieder aufzunehmen, habe nach dem Blutvergießen im Sinai am Wochenende an Bedeutung gewonnen. Damit bezog er sich auf den verheerenden Anschlag auf eine Moschee, bei der am Freitag mindestens 305 Menschen getötet worden waren. Der Verdacht bestehe, dass ein Teil der Terroristen und weitere Gesuchte vom Sinai nach Gaza geflüchtet seien. Dies sei ihnen durch die Schmugglertunnel der Hamas im Gebiet der Grenzstadt Rafah möglich gewesen – mit dem Wissen von hochrangigen Repräsentanten der Hamas.

Ein anderer palästinensischer Vertreter äußerte, Ägypten sei enttäuscht von den Ergebnissen der von ihm vermittelten Versöhnungsgespräche zwischen Hamas und Fatah. Dies sei ein weiterer Grund für den Druck auf den Fatah-Vorsitzenden Abbas. „Die Ägypter wollen den Waffenschmuggel von Gaza an die Organisationen des islamischen Terrors im Sinai stoppen“, sagte er. „Ohne regionale Zusammenarbeit und Unterstützung, auch von den Palästinensern, wird der Terror alle treffen. Die Hamas und die palästinensischen Gruppen arbeiten mit dem Iran und der Hisbollah zusammen, und die Hamas arbeitet auch mit dem IS im Sinai zusammen und verkauft ihm Waffen, mit deren Hilfe er die ägyptischen Truppen schädigt.“

Hamas beharrt auf bewaffnetem Widerstand

Indes wiederholte die Hamas am Montag ihre Weigerung, die Waffen abzulegen. Vielmehr drohte sie mit Anschlägen gegen Israel im Westjordanland. Der stellvertretende Hamas-Chef in Gaza, Halil al-Haja, sagte: „Die Hamas wird niemals einwilligen, über die Waffen des Widerstandes zu diskutieren. Niemand wird unsere Waffen anrühren. Sie werden auch ins Westjordanland gelangen und uns bis zum Ende der Besatzung dienen.“

Von: eh

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