Das Denkmal in der Stadt Kalkilia zeigt auf einer Seite den bewaffneten Saddam Hussein

Das Denkmal in der Stadt Kalkilia zeigt auf einer Seite den bewaffneten Saddam Hussein

Palästinenser würdigen Saddam Hussein

Für viele Palästinenser ist Saddam Hussein ein Held – auch heute noch, fast elf Jahre nach seiner Hinrichtung im Dezember 2006. Eine Stadt im Westjordanland hat dem früheren irakischen Machthaber nun ein Denkmal gesetzt.

KALKILIA (inn) – Die palästinensische Stadt Kalkilia im Westjordanland hat eine Straße nach dem früheren irakischen Diktator Saddam Hussein benannt. Zudem errichtete sie ein Denkmal für ihn. Die Sprüche auf dem Gedenkstein verherrlichen den Terror.

Bereits am Mittwoch wurde das Denkmal mit einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. Anwesend war neben Vertretern der Palästinensischen Autonomiebehörde der Gouverneur von Kalkilia, Rafi Rawajba.

Der Gedenkstein zeigt Saddam Hussein einmal salutierend, einmal mit einer Waffe. „Saddam Hussein – Meister der Märtyrer unserer Zeit“, heißt es auf der einen Seite. Auf der anderen steht ein anti-israelischer Spruch, den der irakische Diktator häufig geäußert hat: „Arabisches Palästina vom Fluss bis zum Meer.“

„Abwesenheit Saddams ist Abwesenheit des Arabismus“

Rawajba verherrlichte in seiner Rede den früheren Präsidenten des Irak: „Saddam war ein Symbol für Heldentum, Ehre, Originalität und Trotz, genau so wie der Märtyrer Jasser Arafat. Sie waren für die Araber und ihre entschlossenen Entscheidungen ein Kompass.“ Der Gouverneur fügte hinzu, die Abwesenheit Saddams sei die Abwesenheit des Arabismus, da sich nach Saddams Tod die Rebellen in alle Richtungen ausgebreitet hätten. Der frühere Herrscher sei Schutzherr der Rebellen gewesen, sagte Rawajba laut der Onlinezeitung „Times of Israel“.

Hintergrund

Der frühere Chef der „Palästinensischen Befreiungsorganisation“ (PLO), Jasser Arafat, hatte sich neben Libyens Muammar Gaddafi als einziger prominenter Araber 1990, nach der Annexion von Kuwait, mit dem damaligen irakischen Diktator Saddam Hussein verbündet. In Kuwait lebende Palästinenser halfen den Irakern, das Land auszuplündern und namhafte Kuwaitis zu ermorden. Die Ölstaaten stellten ihre Finanzierung der PLO daraufhin vorübergehend ein.

Saddam Hussein leistete bis zu seinem Tod finanzielle Unterstützung an die Angehörigen palästinensischer Terroristen. Den Palästinensern im Irak hatte er viele Privilegien eingeräumt. Dies geschah unter anderem auf Kosten seiner Landsleute, die er zugunsten von Palästinensern enteignete. Nach seinem Sturz und seiner Hinrichtung entlud sich der Neid vieler Iraker auf die Palästinenser. Tausende wurden aus ihren Häusern vertrieben.

Von: dn

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