Die diesjährige „Israelische Apartheidwoche“ steht unter dem Motto „100 Jahre Siedler-Kolonialismus, 100 Jahre Volkskampf für Gerechtigkeit“

Die diesjährige „Israelische Apartheidwoche“ steht unter dem Motto „100 Jahre Siedler-Kolonialismus, 100 Jahre Volkskampf für Gerechtigkeit“

Israels Botschafterin appelliert an Frankreichs Bürgermeister

Im März und April finden auch in diesem Jahr weltweit die anti-israelischen „Apartheidwochen“ statt. In Frankreich hat die israelische Botschafterin Bin-Nun Bürgermeister in einem offenen Brief aufgefordert, die Veranstaltungen in ihren Städten zu verbieten.

PARIS (inn) – Die israelische Botschafterin in Frankreich, Alisa Bin-Nun, hat die Bürgermeister neun großer französischer Städte aufgefordert, anti-israelische Auftritte der Boykottbewegung BDS zu verbieten. Diese hat die Veranstaltungen anlässlich der am Montag in Frankreich beginnenden sogenannten „Israelischen Apartheidwoche“ organisiert.

Die Veranstaltungen verstießen gegen das Gesetz und würden Hass und Gewalt gegen Juden schüren, schrieb Bin-Nun laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Dem Bericht zufolge hat die pro-palästinensische Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) anti-Israel-Auftritte in Paris, Rennes, Toulouse, Montpellier, Lyon, Saint Étienne, Lille, Marseille und Grenoble organisiert.

Auf der Internetseite „apartheidweek.org“ heißt es, die Woche erinnert in diesem Jahr an „100 Jahre Siedler-Kolonialismus, 100 Jahre Volkskampf für Gerechtigkeit“. Die Organisatoren rechnen dabei ab der Balfour-Erklärung 1917. Mit dieser hatte Großbritannien den Juden die Schaffung einer Heimstätte in dem Gebiet Palästina zugesagt, das damals noch zum osmanischen Machtbereich gehörte. Allerdings gab es vor 100 Jahren noch kein palästinensisches Volk, das einen Volkskampf hätte führen können. Der palästinensische Nationalismus ist vielmehr eine Folge des Sechs-Tage-Krieges von 1967. Erst in ihrer überarbeiteten Charta von 1968 spricht die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) von einem palästinensischen Volk und von „palästinensisch-arabischem Heimatland“. Bis dahin war stets von Arabern und von arabischem Heimatland die Rede.

„Apartheidwoche“ in mehr als 200 Städten weltweit

Bin-Nun schrieb dazu in ihrem Brief: „Die Ausgabe dieses Treffens des Jahres 2017 zeigt das wahre Gesicht der BDS-Bewegung: das von Antisemitismus, Antizionismus und Antiisraelismus.“ Indem ganz Israel als „Kolonie“ dargestellt werde, versuche BDS Israel als die Heimat das jüdischen Volkes zu delegitimieren – im Gegensatz zu der Regierungen in Frankreich oder Großbritannien, die Israel als solche anerkannt haben.

Die „Israelische Apartheidwoche“ fand zum ersten Mal 2005 im kanadischen Toronto statt. Auf Kundgebungen und vor allem an Universitäten werben pro-palästinensische Organisationen für den Boykott Israels. Im März und April dieses Jahres sind in mehr als 200 Städten weltweit solche Veranstaltungen geplant.

Von: dn

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