Während des diesjährigen Laubhüttenfestes lud Efrat zu unterschiedlichen Veranstaltungen ein – an einer nahmen auch Palästinenser teil
Während des diesjährigen Laubhüttenfestes lud Efrat zu unterschiedlichen Veranstaltungen ein – an einer nahmen auch Palästinenser teil

Sukkotfeier in Siedlung: Gäste aus palästinensischer Haft entlassen

Die israelisch-palästinensische Feier in der Siedlung Efrat hat Folgen: Vier Palästinenser wurden wegen ihrer Teilnahme von der Automoiebehörde festgenommen. Dank israelischer Intervention kamen sie jedoch wieder frei.

RAMALLAH (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat nach israelischer Vermittlung vier Palästinenser aus der Haft entlassen. Sie hatten am Mittwoch die Laubhütte des Bürgermeisters der Siedlung Efrat, Oded Revivi, besucht. Dies erregte den Unmut ranghoher palästinensischer Vertreter.

Ein Sicherheitsbeamter, der anonym bleiben wollte, sagte am Sonntag gemäß der Onlinezeitung „Times of Israel“: „Jegliche palästinensische Zusammenarbeit mit Siedlern wird als Verstoß gegen das Gesetz angesehen, weil er mit dem Feind zusammenarbeitet.“ Am Donnerstagabend wurden die vier Palästinenser festgenommen. Sie gehörten zu einer Gruppe von etwa 30 Gästen aus dem Raum Bethlehem und Hebron.

Die palästinensischen Behörden waren durch Bilder, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden, auf die Besucher der Laubhütte aufmerksam geworden. Dort standen sie neben israelischen Soldaten. Der stellvertretende Gouverneur von Bethlehem, Muhammed Taha, kritisierte den Besuch in Efrat am Donnerstag im Gespräch mit dem palästinensischen Sender „Wattan TV“. Alle Palästinenser verurteilten den Besuch, sagte er. „Siedler zu besuchen, ist völlig inakzeptabel.“ Die PA werde die Palästinenser, die daran teilgenommen haben, zur Verantwortung ziehen.

Revivi und Netanjahu forderten Freilassung

Nach der Festnahme rief Bürgermeister Revivi die PA zur Freilassung seiner Gäste auf: „Es ist absurd, dass die Palästinensische Autonomiebehörde es als Verbrechen ansieht, wenn jemand mit Juden Kaffee trinkt.“

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu kritisierte Menschenrechtsgruppen, weil sie sich zu dem Vorfall nicht äußerten: „Wo bleibt die Empörung der Menschenrechtsorganisationen? Es gibt keine“, schrieb er am Sonntag auf Facebook. „Zu ihrer großen Schande schweigen sie. Ich rufe die internationale Gemeinschaft auf, zu helfen, damit diese unschuldigen Palästinenser freikommen, deren Inhaftierung ein weiterer Beweis für die palästinensische Weigerung ist, Frieden zu schließen.“

Der Leiter der Koordinierung der Regierungsaktivitäten in den palästinensischen Gebieten (COGAT), Joav Mordechai, hatte sich ebenfalls für die Inhaftierten eingesetzt. „Mit der Vermittlung von COGAT sind die Palästinenser, die infolge ihres Besuches in der Sukka festgenommen worden waren, freigelassen worden“, zitiert die Tageszeitung „Jerusalem Post“ eine Mitteilung seiner Behörde. (eh)

Juden feiern „Sukkot“ (inn)

Autonomiebehörde bestimmt jetzt selbst über den Strom (inn)

Ein echter palästinensischer Märtyrer (inn)

Von: eh