JERUSALEM (inn) – Die israelische Organisation „Regavim“ hat Anfang September einen Bildband herausgegeben, der sich mit Luxusimmobilien im Westjordanland beschäftigt. Damit möchte sie die internationale Gemeinschaft herausfordern und vorherrschende „selektive Darstellungen“ kritisieren, schrieb die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ am Montag.
„Real Estate Under Occupation“ (Immobilien unter Besatzung) heißt das Buch. Es zeigt Fotos von einhundert Luxusvillen im palästinensischen Privatbesitz. Sie sind mit prächtigen Marmortreppen, gepflegten Außenanlagen und großzügigen Pools ausgestattet, was den Reichtum der Eigentümer widerspiegelt.
Die meisten Aufnahmen sind an drei Orten entstanden: im Dorf Muchmas bei Jerusalem sowie in den beiden Kleinstädten De’ir Dibwan und Turmus Ajja östlich von Ramallah. Manche der Häuser wirken auf den Fotos unbewohnt; ob sie tatsächlich dauerhaft leer stünden, könne man durch einen einzelnen Besuch nicht ausmachen, schreibt die „Jerusalem Post“.
Die USA-Connection
Diese drei Orte seien zudem eng mit der palästinensischen Gemeinschaft in den USA verbunden. Der Bürgermeister von Turmus Ajja habe Anfang September erklärt, dass rund 80 Prozent der Stadtbewohner die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen.
Die Vorsitzende von Regavim, Naomi Kahn, begründete die Herausgabe des Bandes mit dem „schiefen Bild“, welches „palästinensisches Leben im Westjordanland nur durch das Prisma der Armut und Unterdrückung“ zeige. Internationale Politik müsse jedoch auf Fakten beruhen, nicht auf Manipulation.
Um das Bild zu ergänzen, zogen die Mitarbeiter der rechtsgerichteten Organisation los und fotografierten an nur einem Tag Immobilien, die vom großen Reichtum im Westjordanland zeugen. Kahn formuliert es so: „Wir haben uns entschieden, die Kamera auf die Realität vor Ort zu richten“. Der Bildband trage zu einem umfassenderen Bild über das Leben von Palästinensern bei.
Regavim auf EU-Sanktionsliste
Regavim wurde 2006 vom heutigen Finanzminister Bezalel Smotritsch (Religiöser Zionismus) und Jehuda Eliahu gegründet und setzt sich für die Belange der Siedler ein. Nach eigenen Angaben will die israelische Organisation staatliches Land schützen und sammelt deshalb Beweise für illegale Bautätigkeiten im Westjordanland und in der Negev-Wüste. Seit Mai 2026 steht sie auf der Sanktionsliste des Europäischen Rats.
Für die im Buch abgebildeten Gebäude trifft das laut der „Jerusalem Post“ nicht zu. Hingegen gebe es seitens der Vereinten Nationen regelmäßig Beschwerden, dass es Palästinensern schwer gemacht werde, in von Israel kontrollierten Gebieten Baugenehmigungen zu erhalten. (mw)
Ein Kommentar
Die Kamera auf die Realität vor Ort zu richten, gute Idee. 80% der Stadtbewohner besitzen die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Sie sollten zu ihrem heißgeliebten Mamdani nach Yew York ziehen.