BARCELONA (inn) – Mit dem 2:0-Sieg über den Erzrivalen Real Madrid ist der FC Barcelona am Sonntag vorzeitig spanischer Fußballmeister geworden. Bei dem üblichen Triumphzug durch die Stadt am Tag danach sorgte Starspieler Lamine Yamal für Aufmerksamkeit: Als die Mannschaft auf ihrem Bus durch die Straßen fuhr, umsäumt von feiernden Anhängern, schwenkte der 18-jährige spanische Nationalspieler eine Flagge: Nicht die des Klubs, Kataloniens oder Spaniens, sondern eine palästinensische.
תיעוד: לאמין ימאל, כוכב ברצלונה ונבחרת ספרד, תועד חוגג עם דגל פלסטין בחגיגות האליפות@lianwildau pic.twitter.com/YNt65HI5sW
— כאן חדשות (@kann_news) May 11, 2026
In den Sozialen Medien erhielt er dafür Zuspruch, aber auch Kritik. Ein Nutzer schrieb bewundernd: „Wie viel Würde in diesem Bild steckt! Danke, Lamine Yamal, dass du nicht gleichgültig bist gegenüber dem Genozid am palästinensischen Volk. Deine Geste ist mehr wert als all die Reden.“
Der israelische Araber Joseph Chaddad kritisierte die Geste. An Yamal gewandt schrieb er: „Wenn du die palästinensische Flagge hochhältst, in deren Namen tausende Terroristen ausschwärmten, um Israelis zu massakrieren, zu ermorden, zu vergewaltigen, Kinder und junge Menschen zu entführen – viele von ihnen Fußball-Liebhaber und sogar Barcelona-Fans –, zeigst du, dass dein Wert als großartiger Sportler nicht mehr relevant ist.“ Viele Hamas-Terroristen trugen am Tag des Massakers Uniformen mit einer palästinensischen Flagge darauf.
Flick: Fußball sollte im Vordergrund stehen
Der Cheftrainer des FC Barcelona, der Deutsche Hansi Flick, erklärte bei einer Pressekonferenz am Dienstag, er persönlich würde auf derlei Gesten im Umfeld der Mannschaft verzichten. „Ich mag es normalerweise nicht“, antwortete er auf eine Frage zu der Aktion. „Ich habe mit ihm gesprochen. Ich sagte, wenn er das will, ist das seine Entscheidung. Er ist alt genug.“ Bei der Feier sei es um Fußball und die Meisterschaft gegangen. „Wir spielen Fußball, um die Leute glücklich zu machen. Für mich steht das an erster Stelle.“
Der palästinensische Fußballverband dankte Yamal mit einem Post auf X. Auf Spanisch schrieb er: „Von Palästina … danke Lamine Yamal.“ Der israelische Fanclub des FC Barcelona, „Barcamania Israel“, verurteilte hingegen Yamals Geste. „Die Tat eines dummen und unverantwortlichen Jungen … hat uns und die meisten Israelis verletzt“, schrieb der Fanclub am Dienstag auf Facebook. Weiter erklärte der Club, er habe bereits am Montagabend einen Beschwerdebrief an den FC Barcelona geschrieben.
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Unterstützung für Israel
Der FC Barcelona hat sich in den vergangenen Jahren oft hinter Israel gestellt. Als die Stadt Barcelona die Städtepartnerschaft mit Tel Aviv im Mai 2025 beendete, lud Vereinspräsident Joan Laporta Vertreter der israelischen Botschaft ins Camp Nou ein. Zu einer ähnlichen Geste kam es im Februar 2023, als die damalige Bürgermeisterin Ada Colau die Städtepartnerschaft aufkündigte, die im September 2023 wiederhergestellt wurde.
Im Juli 2021 kam es allerdings zu einem Eklat: Die Spieler des FC Barcelona weigerten sich, ein Freundschaftsspiel in Jerusalem gegen Beitar Jerusalem zu bestreiten. Beitar Jerusalem sagte das Spiel daraufhin ab. Kurz zuvor gab es in Tel Aviv aber ein anderes Spektakel: Bei einem „Clásico“-Spiel traten frühere Spieler des FC Barcelona und Real Madrids an, darunter Ronaldinho, Rivaldo, Luis Figo und Roberto Carlos.
Bereits im Jahr 2013 hatte sich der FC Barcelona auf eine zweitägige „Friedenstour“ nach Israel und in die palästinensischen Gebiete begeben. Der damalige israelische Präsident Schimon Peres kickte bei der Gelegenheit mit dem argentinischen Superstar Lionel Messi. Die Spieler besuchten außerdem die Klagemauer in Jerusalem und die Geburtskirche Bethlehem. Überdies hielten sie zwei Trainingseinheiten mit israelischen und palästinensischen Kindern ab.
Im Jahr 2012 kritisierte die Terror-Organisation Hamas den FC Barcelona die Einladung der früheren israelischen Geisel Gilat Schalit zum damaligen „Clásico“. Die Terror-Organisation untersagte daraufhin die Übertragung des Spiels im Gazastreifen. Die spanische Regierung betonte damals, sie werde Schalit persönlich beschützen, solange er sich in der katalanischen Hauptstadt aufhalte (df).
3 Kommentare
Geste des Judenhassers Lamine Yamal ist eine Schande. Kein Wunder, dass das und viel mehr im Schurkenstaat Spanien geschieht.
Schade, dass Fußballtrainer so wenig Einfluss auf ihre Spieler haben, Flicki hat’s gut gemeint: „Ich habe mit ihm darüber gesprochen und ihm gesagt: Wenn er es tun möchte, ist das seine Entscheidung – schließlich ist er erwachsen.“
Lamine Yamal ist nicht erwachsen, sondern jung, dumm und zu wenig informiert. Als das Massaker geschah, war er gerade mal 16 und hatte bis dato nur wenig Ahnung von der Geschichte wie viele andere auch, aber dann dem Mainstream folgen. Sanchez hat sich natürlich mal wieder gefreut über so wenig Grips in der Birne.
„… Starspieler Lamine Yamal für Aufmerksamkeit: …“
Ich habe bei immer mehr Personen der Pro-Palästinenser-Gruppen den Eindruck, dass es ihnen um sich selbst geht, darum, für sich selbst Aufmerksamkeit zu erheischen. Im Mannschaftsbus ist er einer unter mehreren guten Fußballspielern, jetzt ist er „der Eine“. Wichtigtuerei.
Herr Flick hätte ihm das untersagen sollen, aber vielleicht hatte er dazu keine Befugnis.