Neuer Wein aus alten Trauben

Wissenschaftler beleben alte Rebsorten aus der Negev-Wüste wieder und produzieren daraus fünf Sorten Wein, wie er möglicherweise in der Antike getrunken wurde. Dafür greifen sie auf historische Herstellungsverfahren zurück.
Von Israelnetz
Wein ist neben Früchten und Oliven ein typisch israelisches Exportprodukt; stammt er aus dem Westjordanland, muss er künftig entsprechend gekennzeichnet werden

BEER SCHEVA (inn) – Israelische Forscher haben aus 1.300 Jahre alten Rebsorten neue Weine erzeugt. Sie sollen sich geschmacklich an Weine aus der byzantinischen Zeit annähern, der bis ins 7. Jahrhundert in der Levante getrunken wurde. Das Projekt wird von der Israelischen Natur- und Parkbehörde in Kooperation mit der Universität Haifa geleitet.

Laut der israelische Nachrichtenseite „Times of Israel“ ging dem Projekt eine Entdeckung aus den Jahren zwischen 2017 und 2019 voraus. Bei archäologischen Ausgrabungen in der antiken Stadt Avdat fanden Forscher verkohlte Traubenkerne aus dem 7. Jahrhundert. Eine DNA-Untersuchung ergab, dass sie eine genetische Verbindung zu zwei modernen Rebsorten aufwiesen.

In Grenznähe zum Gazastreifen fand der Archäologe Lior Schweimer wilde Reben dieser Sorten und pflanzte sie im September 2023 auf den landwirtschaftlichen Terrassen bei Avdat an. Er leitet das Projekt für die Natur- und Parkbehörde.

Bei der Technik orientierten sich die Winzer an traditionellen jüdischen Texten aus Talmud und Mischna. Auch verzichteten sie weitestgehend auf moderne Hilfsmittel. So wurden die insgesamt fünf Weine ohne industrielle Hefe, Chemikalien und Sulfite hergestellt. Bei der Bewässerung mussten die Wissenschaftler jedoch Kompromisse eingehen und auf die Tropfbewässerung zurückgreifen, da der Niederschlag in der Negev-Wüste nicht ausreichte.

Kräftige Reben und ausbalancierter Wein

Die Testphase war erfolgreich. Schon 2025 ernteten die am Projekt beteiligten Winzer erste Trauben. Die alten Reben wuchsen schnell und „ohne jede Krankheit, ohne, dass wir sie spritzen mussten“, sagte Schweimer. Die größte Überraschung sei jedoch der Wein selbst, fügte er hinzu.

Bei einer Blindverkostung in Tel Aviv mit zwanzig Experten konnten die Weine Schweimer zufolge schon einmal überzeugen. „Sie konnten zwar nicht genau bestimmen, was es war, denn seit 1.300 Jahren hat ihn keiner mehr getrunken. Aber sie sagten, dass er sehr ausbalanciert war, mit vielleicht etwas zu viel Alkohol.“

Er und sein Team stehen in diesem Jahr vor der zweiten Ernte und sie lernen immer noch dazu, sagte Schweimer gegenüber „Times of Israel“. Er hofft, den „byzantinischen“ Wein schon bald unters Volk bringen zu können. (mw)

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

18 Kommentare

  1. Neuer Wein aus alten Trauben wir unser Chianti in die enge treiben, prophezeit Ernesto, unser Gärtner, bester Winzer von allen.

  2. Das finde ich faszinierend, alte Rebsorten aus der Negev-Wüste wieder beleben. Überhaupt den Weinanbau in Israel finde ich sehr interessant. Ich habe heute Wein aus Israel bekommen. Und ich bin sehr gespannt darauf, wie er schmeckt. Ich freue mich auch an neuen Sandalen aus Israel, in denen ich wunderbar laufen kann. Und sie sehen auch so schön aus. Vor einer Stunde ist alles gekommen.

    So bin ich heute durch Israel gesegnet worden. 2 CDs sind auch dabei, auf die Musik bin ich gespannt. Ich fühle mich beschenkt.

    Shalom Israel, von ganzem Herzen.

    Eleonora

    PS: 1 Gewürz und 1 Körperlotion haben sie mit hinein gepackt zum Ausprobieren.

    1. @Liebe Eleonora, lass dir die edlen Tropfen aus Israel schmecken. Da hast du ja ein ganz interessantes Paket bekommen, Sandalen, Gewürz und Körperlotion. Mein Mann schwört wegen seiner Haut auch auf Produkte vom Toten Meer.
      Der Weinanbau in der trockenen Negev Wüste erinnert mich etwas an Lanzarote, wo es wegen der Lava auch etwas schwierig ist. Ich hatte auch mal einen leckeren Wein in einem Kibuzz getrunken, weiß aber leider den Namen nicht mehr.
      Interessant ist, dass kein Spritzmittel verwendet wurde. Bei uns geht das ja nirgends mehr ohne.
      Ich freu mich, weil du dich so freust. Sei gesegnet. Liebe Grüße an dich, Ella
      🍇🍷🇮🇱💙

      1. @ Ella, ja liebe Ella. Ich habe mich wirklich sehr gefreut. Besonders auch über die schönen Sandalen. Ganz edel, schlicht und sehr gut verarbeitet. Der Wein war wirklich sehr gut. Das sind edle Tropfen, die wir nur zu besonderen Feiertagen öffnen werden. Ganz ungewöhnlicher Geschmack. Ich kann ihn gar nicht treffend beschreiben. Das sind wirklich Produkte von hoher Qualität. Alles was die Israelis in der Landwirtschaft erreicht haben in diesem schwierigen Klima beeindruckt mich sehr. Ich wünsche Dir heute einen schönen und gesegneten Tag.
        Herzliche Grüße
        Eleonora

      1. Hoffentlich ist das nicht derselbe klebrigsüße Fusel, den ich in Köln mal erwischt habe und den man allenfalls zu Chanukka mal runterstürzt. Dem Ewigen sei Dank hab ich von diesem Zeug nur noch eine Flasche übrig, aber weils koscherer Festtagswein ist, kann ich das Zeugs nicht einfach ins Klo kippen.
        SHABBAT SHALOM

        1. @ Klaus. Shalom. Kein süßer Fusel. Rotwein, halbtrocken, feinwürzig, rund, ich kann es nicht besser beschreiben. Aus den Weinbergen Galiläas.
          👍😊

          Liebe Grüße
          Eleonora

    2. @Eleonora
      Sandalen aus Israel. Das ist uns neu, denn meine Ehefrau trägt Ferragamo-Sandalen seit eh und je.

      1. Albert, da trägt ja die Dame des Hauses Spitzenqualität. 🩰 Wünsche ein gutes Gehen !

  3. Davon habe ich bereits aus der TIMES OF ISRAEL erfahren.
    Bei Gelegenheit und wenn verfügbar, werd ich mir diese Tropfen besorgen,(sofern keine astronomischen Preise).
    SHALOM

  4. Le chaim, prosit, santé, salud, nastrowje ! Und hipps, wegen dem hohen Alkoholgehalt. Für die Forschung. „Nur einen winzigen Schluck“ 🙂

  5. Der Wein aus Israel ist eh schon gut. Jetzt bin ich mal auf die neuen Sorten gespannt und freu mich drauf Shalom

  6. Weinanbau in Israel. Davon verstehen sie wirklich etwas. Das war ja ein ganz edler Tropfen, mit dem wir heute Abend unseren 34. Hochzeitstag eingeläutet haben. Ein ganz feiner und ausgewogener Wein.

    OT: Ich wünsche Israel Glück. Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf. Mögen wirklich die besten, klügsten und besonnensten Menschen in Israel gewinnen, die alle Menschen im Blick haben. Ich weiß zu wenig über die Politiker.

    Ich wünsche mir einfach nur Frieden und Neuanfang und Aufbau für alle dort im heiligen Land. Und dass alle Extremisten und Fanatiker, egal auf welcher Seite, verschwinden, die so viel Unheil über die Menschen gebracht haben.

    LG Eleonora

    1. @Eleonora
      Keine Bange. Unser Freund und Meister Ephraim Kishon sagte: Nach der Wahl wie vor der Wahl, also das Wahlvolk hat keine Wahl.

      1. Geanu genommen hat Kishon geschrieben „In Israel haben wir häufig Wahlen, aber selten eine Wahl“.

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen