Neue Studie bekräftigt Gefahr von Süßstoffen

Israelische Forscher zeigen in einer Studie, dass Zuckerersatzstoffe schlecht für die Darmbakterien sind. Von den Befürwortern fordern sie nun den Beweis, dass die Bedenken unbegründet sind.
Von Israelnetz

Foto: Marco Ferch | CC BY 2.0 Generic

Wer auf Zucker verzichtet, lebt nicht zwangsläufig gesünder

REHOVOT (inn) – Zuckerersatzstoffe sind allgegenwärtig. Die meisten Menschen glauben, sie seien besser als Zucker oder zumindest nicht schädlicher – das widerlegt nun aber eine israelische Studie. Die umstrittenen Ersatzstoffe können demnach nicht mehr als sicher angesehen werden, da sie den Zuckerspiegel im Körper tatsächlich erhöhen können. Um die Stoffe als sicher einzustufen, müsse nun bewiesen werden, dass die Bedenken seines Teams unbegründet seien, sagt der Immunologe Eran Elinav vom Weizmann-Institut.

Die Studienergebnisse sind am 19. August in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Cell“ erschienen. Elinav und sein Team untersuchten vier gängige Zuckerersatzstoffe: Saccharin, Sucralose, Aspartam und Stevia. Besonders schlecht schnitten dabei Saccharin und Sucralose ab. Ihr Konsum kann die Fähigkeit des Körpers, Glukose abzubauen, beeinträchtigen. Bei allen Süßstoffen stellten die Wissenschaftler fest, dass sie das Mikrobiom verändern und damit die Darmgesundheit beeinträchtigen.

Ergebnisse bekräftigt

Die Studie wurde lang erwartet. Sie basiert auf einer weiteren, die sich vor acht Jahren mit der Wirkung von Zuckerersatzstoffen bei Nagetieren befasste. Die Wissenschaftler schlugen damals Alarm: Die breite Verwendung dieser Stoffe könnte „direkt dazu beigetragen haben, genau die Epidemie zu verstärken, die sie selbst bekämpfen sollten“, sagten sie damals mit Blick auf den weltweit gestiegenen Konsum von Zucker. In der neuen Studie untersuchten die Wissenschaftler die Wirkung von Zuckerersatzstoffen bei Menschen und untermauerten damit die Ergebnisse der alten Studie.

Die Wissenschaftler führten die Studie unter Leitung von Jonathan Suez von der John-Hopkins-Universität durch, der ein Student von Elinav war. Außerdem beteiligt waren Jotam Cohen, der ebenfalls ein Student in Elinavs Labor war, sowie Eran Segal, wie Elinav ebenfalls vom Weizmann-Institut. (clh)

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Eine Antwort

  1. Interessant, aber das wird der Lebensmittelindustrie sicher nicht gefallen, die ihre Produkte damit bewirbt, dass sie keinen Zucker beinhalten. Gerade bei Süßigkeiten oder Fertigprodukten wird ja mittlerweile viel mit diesen Zucker-Ersatz-Stoffen gearbeitet.

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