WASHINGTON (inn) – Seit Wochen rätseln Beobachter, was US-Präsident Donald Trump mit dem Iran vorhat. Der Republikaner hatte den Demonstranten im Iran zu Beginn des Jahres Hilfe zugesagt. Nun ist zwar die amerikanische Streitmacht in der Umgebung des Iran in Stellung gebracht, aber bis auf eine Verhandlungsrunde zwischen den USA und Vertretern des Regimes in Teheran ist wenig passiert.
Beobachter mutmaßen indes, dass Ajatollah Ali Chamenei Verhandlungen mit den USA nur zugestimmt hat, um Zeit zu gewinnen und einen amerikanischen Angriff abzuwenden. Trump hatte diese angedroht, falls der Iran am aktuellen Nuklearprogramm festhält, weiter Raketen mit großer Reichweite herstellt und Terrorgruppen in der Region finanziert. Am Freitag ist eine weitere Verhandlungsrunde im Oman vorgesehen.
Dreistündiges Gespräch
Große Erkenntnisse brachte auch der Besuch des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu (Likud) am Mitwoch im Weißen Haus nicht. Beide Staatenlenker ließen nach ihrem dreistündigen Treffen nur kurze Mitteilungen veröffentlichen, einen Auftritt vor Journalisten gab es nicht.
Das Weiße Haus erklärte, Trump bestehe darauf, dass die Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm weitergehen. Das israelische Regierungsamt erklärte, Netanjahu habe bei dem Treffen die israelischen Sicherheitsbedürfnisse zur Sprache gebracht.
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Israel tritt „Friedensrat“ bei
Bei seinem Aufenthalt in Washington hatte sich Netanjahu auch mit dem amerikanischen Außenminister Marco Rubio getroffen. Dabei machte Netanjahu den Beitritt Israels zum „Friedensrat“ offiziell. Der jüdische Staat ist damit das 22. Mitglied der Organisation. Ihr gehören auch Länder wie die Türkei oder Katar an, die die Terror-Organisation Hamas unterstützen.
Der Friedensrat ist eigentlich mit der Aufsicht über den Gazastreifen nach dem offiziellen Ende des Krieges betraut. Mit diesem Zuschnitt im Blick hat das Gremium am 17. November ein Mandat des UN-Sicherheitsrates erhalten. Inzwischen hat Trump den Aufgabenbereich verallgemeinert, laut der Charta gehört dazu die „Förderung von Stabilität“ und die „Sicherung dauerhaften Friedens“.
Für Netanjahu war es das nunmehr siebte Treffen mit Trump, seitdem dieser Ende Januar 2025 seine zweite Amtszeit antrat. Israel hat Trump indes eine Einladung nach Jerusalem ausgesprochen, um den Israel-Preis, die höchste Ehrung des jüdischen Staates, persönlich in Empfang zu nehmen. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 22. April statt. (df)
5 Antworten
Israelischer Premier Netanjahu, guter Mann, mit US-Präsident Trump, guter Mann, beste Freunde. Das haben wir gern.
Ich höre von Trump immer nur „sehr gute Gespräche“. Was ist daran gut, wenn der Iran jedes andere Thema ausklammert und nur die nuklearen Fragen auf den Tisch kommen sollen? Israel hat ja noch das viel dringlichere Problem mit ballistischen Raketen und Nethanjahu hat seine eigenen Bedingungen zu einem Deal. Trump will auf jeden Fall einen, Israel will keinen schlechten. Das geht doch aus wie das Hornberger Schießen.
Der Beitritt Israels zum Friedensrat wird wieder mal in der Luft zerrissen. Wenn ich sehe, wer da alles dabei ist, bleibt er für mich vorerst noch eine Lachnummer.
„Weh denen, die hinabziehen nach Ägypten um Hilfe und sich verlassen auf Rosse und hoffen auf Wagen, weil ihrer viele sind, und auf Gespanne, weil sie sehr stark sind! Aber sie halten sich nicht zum Heiligen Israels und fragen nichts nach dem Herrn“ (Jes. 31,1)
Dieses Wort hat auch heute noch Gültigkeit!
Lieber Gruß Martin
@Untertan
Immer Gültigkeit, sagt unser Bischof, bester Bibelkenner von allen.
Für mich fehlen bei Trump die Leute – die gegen gewiefte „Händler“, die alle Register von Verhandlunsweise im Raum des Islam kennen und anwenden – entgegentreten können. Die Verhandlungsweise ist in Mittelost nun mal anders und ich hoffe, dass Nethanyahu Trump in die richtige Linie bringen kann.