Netanjahu hofft auf afrikanische Staaten

Die meisten afrikanischen Staaten stimmen bei den Vereinten Nationen automatisch gegen Israel. Das möchte Israels Premier Netanjahu ändern.
Abstimmung bei den UN – die 54 Staaten des afrikanischen Blocks stimmen hier fast immer gegen Israel

Foto: UN Photo/Loey Felipe

Abstimmung bei den UN – die 54 Staaten des afrikanischen Blocks stimmen hier fast immer gegen Israel

JERUSALEM (inn) – „Bei einer Abstimmung der Vereinten Nationen hat die Mehrheit der Mitgliedsstaaten für Israel gestimmt.“ Das hört sich unwirklich an? Nein, es ist möglich – meint Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Der Regierungschef setzt dafür auf das Afrika südlich der Sahara.

Israel möchte bei den Vereinten Nationen die Unterstützung der afrikanischen Staaten gewinnen. Seit Jahrzehnten stimmen die afrikanischen Länder südlich der Sahara bei internationalen Abstimmungen automatisch gegen Israel. Wenn es gelänge, diese 49 Länder in einen Wahlblock zu verwandeln, der Israel unterstützt, könne dies helfen, eine automatische Mehrheit für Israel bei den UN zu generieren, erklärte Netanjahu am Mittwoch. Er sprach in Jerusalem vor den israelischen Botschaftern, die auf dem afrikanischen Kontinent stationiert sind.

Derzeit hat Israel elf Botschaften in Afrika sowie zahlreiche akkreditierte Botschafter in Staaten ohne Botschaft. Die meisten afrikanischen Länder hatten nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 auf Druck der arabischen Staaten ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel abgebrochen.

Inzwischen verbesserten sich die Beziehungen jedoch, betonte Netanjahu. Israel habe großes außenpolitisches Interesse in Afrika. Es möchte die Wirtschaftskooperationen stärken, vor allem aber die diplomatischen Beziehungen. Die afrikanischen Staaten spielten eine große Rolle in Israels Kampf gegen den Terror, sagte der Regierungschef weiter. Doch das größte Interesse sei, das Wahlverhalten der Afrikaner bei den UN zu verändern. Er wies darauf hin, dass sich im vergangenen Herbst Togo, Guinea und Ghana bei einer UN-Abstimmung enthalten und nicht wie sonst gegen Israel gestimmt hatten. Bei dem Votum ging es um eine Resolution, welche die jüdische Verbindung zum Tempelberg negiert.

Die Verbesserung der Beziehungen zu den afrikanischen Staaten ist eine von Netanjahus außenpolitischen Prioritäten. Im Juli hat er als erster Premier seit 1987 vier Länder in Ostafrika besucht. Im September traf er sich am Rande der UNO-Vollversammlung in New York mit 15 afrikanischen Führern. Im Dezember besuchten sieben Minister und andere hochrangige Vertreter westafrikanischer Staaten Israel für eine Landwirtschaftskonferenz.

Von: dn

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