JERUSALEM / TEHERAN (inn) – Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) hat vor der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag Unterstützung für die „heldenhaften und mutigen Bürger des Iran“ bekundet. Er fügte gemäß der Nachrichtenseite „Times of Israel“ an: „Wenn das Regime einmal stürzt, werden wir gemeinsam Gutes tun zum Wohle beider Völker.“
Alle hofften, dass die persische Nation bald vom „Joch der Tyrannei befreit“ werde, sagte Netanjahu weiter. Von der israelischen Staatsgründung 1948 bis zur Islamischen Revolution und dem Sturz der Schah-Regierung 1979 pflegten die beiden Länder enge diplomatische Beziehungen.
Staatstrauer im Iran angeordnet
Die iranische Regierung indes ordnete am Sonntagabend drei Tage Staatstrauer an. Grund dafür sei der Tod von Zivilisten und Sicherheitspersonal während der „gewaltsamen Krawalle“. Die nationale Trauerzeit stehe im Gedenken an „diejenigen, die während des iranischen Widerstandes gegen die Vereinigten Staaten und das israelische Regime“ getötet worden seien, hieß es laut der iranischen Nachrichtenagentur „Tasnim“.
Seit zwei Wochen gehen in vielen Städten des Iran zahlreiche Menschen auf die Straßen, um gegen das islamistische Regime zu protestieren. Sicherheitskräfte gehen brutal gegen Demonstranten vor.
Da die Regierung das Internet gesperrt hat, ist es noch schwieriger als ohnehin, an gesicherte Informationen aus dem Iran heranzukommen. Aktivisten teilten am Sonntag mit, seit dem Beginn der Proteste am 28. Dezember seien mindestens 538 Menschen getötet worden. Die in den USA angesiedelte „Human Rights Activists News Agency“ sprach am Sonntag von mindestens 490 Toten und mehr als 10.600 Festnahmen.
Parlamentssprecher Mohammad Bagher Qalibaf warnte das US-Militär und Israel davor, im Iran anzugreifen. Dann würden sie zu „legitimen Zielen“: „Im Falle eines Angriffes auf den Iran werden sowohl das besetzte Gebiet, als auch alle amerikanischen militärischen Zentren, Stützpunkte und Schiffe in der Region unsere legitimen Ziele sein.“ Er lobte Polizei und Revolutionsgarde.
Demonstrationen in europäischen Städten
Moralische Unterstützung erhalten die Protestler von Exiliranern. In London demonstrierten Menschen zunächst vor der iranischen Botschaft und dann vor der Residenz des britischen Premierministers. Ein Demonstrant kletterte auf den Balkon der diplomatischen Vertretung. Dort ersetzte er die iranische Flagge durch eine aus der Zeit vor der Revolution, auf der ein Löwe abgebildet ist.
Diese Flaggen waren auch bei einer Kundgebung in der französischen Hauptstadt Paris zu sehen, an der mehr als 2.000 Menschen teilnahmen. Sie skandierten: „Nein zur terroristischen Islamischen Republik“. Die Polizei hinderte die Demonstranten daran, in die Nähe der iranischen Botschaft zu gelangen.
Ein 20-jähriger Iraner in Paris sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Im Iran erheben sich die Leute in den Straßen. Wir Iraner außerhalb des Iran sind hier, um zu zeigen, dass wir mit ihnen sind und dass sie nicht allein sind.“
Auch in der türkischen Stadt Istanbul versammelten sich Demonstranten aus Solidarität mit den Menschen im Iran. Die Polizei riegelte das Gelände vor dem iranischen Konsulat ab. Eine junge Iranerin namens Nina beklagte: „Das Regime tötet willkürlich – ob Familien zu Fuß unterwegs sind oder in einem Auto, ob es Kinder gibt – niemand bleibt verschont.“ (eh)
4 Antworten
EU sollte schnellstens Mullahs und Revolutionsgarden auf die Terrorliste setzen. Sanktionen reichen nicht aus. Da Internet abgeschaltet wurde, weiß man über die Opferzahlen wenig. Bitte haltet durch, iranisches Volk. Ihr habt Freiheit und Wohlstand verdient. Wir Juden stehen an eurer Seite gegen das verbrecherische Regime. Shalom
Nachtrag: Auf einer pro IL Demo letztes Jahr waren an unserer Seite iranische und kurdische Fahnen.
Das iranische Regime ist am Rande des Abgrunds, aber die Bestie ist noch nicht tot. Sie werden noch weiter wild um sich schlagen bzw schiessen. Respekt für die mutigen Demonstranten. Gerüchteweise soll der Obermollah sich nach einem Exil in Russland erkundigt haben…da kann er dann mit Bachir el Assad Karten spielen.
Der Protest von Exiliranern in Europa zeigt wie sich bestimmte
politische Konflikte in einigen Staaten inzwischen auf das Alltagsleben auf räumlich weit entfernte Staaten auswirken. Der Satz: Wenn man hier keine Zeitung hält, ist die Welt in Ordnung gilt heute nicht mehr.
In mehreren europäischen Städten gehen Exiliraner auf die Straße. Kommunisten und Linksradikale schweigen. Und die Rechten? CSU-Chef Söder: „Die AfD ist der größte Verteidiger des Mullah-Regimes in Deutschland“.