Nachbildung des Titusbogens an UNESCO übergeben

Israel gibt der UNESCO Nachhilfe in Geschichte: Ein Geschenk soll verdeutlichen, dass es durchaus eine historische Verbindung zwischen Judentum und Jerusalem gibt.
Demonstrierten Einigkeit: Israels Botschafter Hacohen und UNESCO-Generaldirektorin Bokova

Foto: Juval Rotem, israelisches Außenministerium; Twitter

Demonstrierten Einigkeit: Israels Botschafter Hacohen und UNESCO-Generaldirektorin Bokova

PARIS (inn) – Als „Gruß von der historischen Wahrheit“ hat Israel der UNESCO am Dienstag eine Nachbildung des Titusbogens geschenkt. Auf dem Abschnitt ist zu sehen, wie römische Soldaten im Siegeszug Geräte aus dem Jerusalemer Tempel nach Rom bringen – darunter befindet sich auch der siebenarmige Leuchter, die Menora. Mit der Spende reagiert der jüdische Staat auf Resolutionen der Bildungsorganisation der Vereinten Nationen, die eine historische Verbindung zwischen Juden und Jerusalem leugnen.

„Der Titusbogen wurde nicht von Juden errichtet und auch nicht auf ihre Bitte hin“, betonte der israelische Botschafter Carmel Schama Hacohen bei der Zeremonie am UNESCO-Hauptsitz in Paris. „Der Bogen ist nicht das Ergebnis einer politischen Abstimmung, wie sie in unseren Tagen vor allem von Diktaturen durchgeführt wird, sondern der Entschluss in Echtzeit vor etwa 2.000 Jahren durch die Römer, um sich zu verherrlichen und das exilierte jüdische Volk zu demütigen.“ Viele Jahre lang seien Juden bewusst nicht durch das Tor gegangen, da es ein Symbol für Zerstörung und Demütigung sei. Nun sei ausgerechnet dieses Element gewählt worden, um den Standpunkt Israels und des jüdischen Volkes zu vertreten und zu stärken bezüglich seiner besonderen und historischen Verbindung zum Tempelberg, zur Klagemauer und zu Jerusalem insgesamt.

Bokova: Titusbogen veranschaulicht tragisches Ereignis

Schama Hacohen überreichte die Nachbildung, die von der Israelischen Altertumsbehörde angefertigt wurde, an die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova. Der Botschafter dankte ihr in seiner Rede mehrfach dafür, dass sie sich gegen die Resolutionen ausgesprochen hatte, wofür sie im Gegenzug von der arabischen Lobby kritisiert worden sei. Die Bulgarin sagte, der Titusbogen in Rom veranschauliche ein tragisches Ereignis in der Geschichte des jüdischen Volkes. Er sei ein Zeugnis für die jahrtausendelange Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und der Stadt Jerusalem. „Wissen ist ein Schlüssel im Kampf gegen jede Art von Vorurteilen, Hass, Fremdenhass, Rassismus und Antisemitismus – vor allem, wenn sie auf Unwissenheit und Leugnung von Geschichte wachsen.“

Bei der Zeremonie war auch der Vorsitzende des UNESCO-Exekutivrates, der Deutsche Michael Worbs, zugegen. Ebenso nahmen die Botschafter von Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden und weiteren Staaten teil, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot” berichtet. Die italienischen Besitzer der Verkaufsrechte hatten der Übergabe der Nachbildung zugestimmt.

Von: eh

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