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Muslime rufen zum Boykott israelischer Datteln auf

Während des Ramadan ist es Brauch, dass Muslime das Fasten nach dem Sonnenuntergang mit Datteln brechen. Einer der großen Exporteure von Datteln ist jedoch Israel. Wegen des Kriegs rufen vor allem pro-palästinensische Organisationen dieses Jahr verstärkt zum Boykott auf.
Von Israelnetz

LEICESTER (inn) – „Stellen Sie diesen Ramadan sicher, dass Sie Ihr Fasten nicht mit dem Geschmack der Apartheid brechen“, titelt die britische pro-palästinensische Organisation „Friends of Al-Aqsa“ (Freunde der Al-Aqsa, FOA). Ebenso wie das Fasten ist der Ruf nach einem Boykott israelischer Datteln im Fastenmonat jährliche Tradition geworden. Das Thema erhält momentan wegen des anhalten Krieges zwischen der Hamas und Israel verstärkte mediale Aufmerksamkeit in der arabischen Welt. Der Aufruf verbreitet sich auf Social Media, aber auch große Medien wie „Al-Dschasira“ und der türkische Sender TRT griffen die Kampagne auf.

Die FOA bezeichnet Israel als einen der größten Exporteure der beliebten Dattelsorte Medjool, umgangssprachlich auch Königsdattel. Sie begründet ihre Boykott-Forderungen mit dem Vorwurf, Israel sei ein „Apartheidstaat“, der die palästinensische Bevölkerung diskriminiere. Die Anbaugebiete im Westjordanland und im Jordantal gehörten den Palästinensern.

In ihrer Kampagne rufen die Aktivisten Muslime dazu auf, die Herkunft der Datteln zu überprüfen, weil sie mit dem Kauf von „zionistischen“ Datteln Israel unterstützten. Gleichzeitig behaupten sie, einige israelische Produzenten würden gezielt die Herkunft ihrer Produkte verschleiern und unter falschen Angaben auf den Markt bringen.  

Tatsächlich wird Israel ein Marktanteil von über 50 Prozent bei dem Export von Medjool-Datteln zugerechnet. Im Jahr 2022 soll der Handelswert rund 334 Millionen Dollar betragen haben. Die Abnehmerländer finden sich vor allem in Europa, wobei Israel künftig auch den asiatischen Markt mehr bedienen will. Die Boykott-Kampagne zeigt im Export auch schon Wirkung. Seit Beginn des Krieges hat beispielsweise die Türkei ihre Dattel-Importe aus Israel halbiert.

Boykott gegen Israel

Aufrufe zum Boykott gegen Israel gibt es nicht erst seit dem Gazakrieg. Die bekannteste Bewegung ist die 2005 gegründete BDS (Boykott, Desinvestition und Sanktionen), zu der sich die FOA auf ihrer Website bekennt. Ihr Boykott umfasst sämtliche Themengebiete, von Unternehmen und Produkten bis zu Künstlern und Wissenschaftlern. Unter Berufung auf die Menschenrechte ist ihr erklärtes Ziel das „Selbstbestimmungsrecht“ der Palästinenser und deren Rückkehr in das Gebiet des staatlichen Israels, sowie das Ende der „Besatzung“ arabischen Landes.

Eine genauere Definition, welches Land sie als „arabisch“ verstehen, fehlt. Der Spruch „From the River to the Sea“ (Vom Fluss bis zum Meer) ist allerdings oft bei Kundgebungen zu lesen. Ob die Bewegung an sich antisemitisch ist, ist umstritten. Im Jahr 2019 stimmte der Deutsche Bundestag für einen Antrag, in welchem „antisemitische Argumentationen“ in der BDS-Bewegung festgestellt wurden. 

In einem Bericht der Deutsch-Israelischen Gesellschaft von 2016 erklärt das Vorstandsmitglied der DIG Berlin und Brandenburg, Michael Spaney, dass die von der BDS-Bewegung geforderte „Rückkehr“ der rund fünf Millionen palästinensischer „Flüchtlinge“ nach Israel einer Auslöschung des Staates gleichkäme. „Boykottiert Israel“ erinnere an den von den Nationalsozialisten geprägten Spruch „Kauft nicht beim Juden“. Zudem distanziere sich die Bewegung nicht von terroristischen Organisationen wie Hamas und Hisbollah.

Spaney warnte bereits damals: „Wir dürfen uns aber nicht darauf verlassen, dass das Tabu, offen antisemitisch aufzutreten, widerspruchslos weiter besteht. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie schnell autoritäre Bewegungen entstehen und wachsen können, die auf Desinformation, Lüge und Hetze aufbauen.“ (tko)

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19 Antworten

  1. Was ist das nur für eine Religion geworden ! Der Koran kennt meines Wissens NICHT den Verbot, Israelische Datteln zu essen. Außerdem stehen im Koran viele Worte FÜR das Staat Israel, der Jüdisch-Christliche Ursprung ist im Koran deutlich zu erkennen. „Palästina“ steht, wie in einem anderen Artikel auch erwähnt, jedoch NICHT im Koran. Der Islam sollte sich mehr mit dem Koran beschäftigen !

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    1. Bitte den Koran genau lesen! Es sind nur einige Suren, die für die Juden sprechen. Es werden von Hamas und anderen Terrororganisationen weltweit die praktiziert, die zum Hass und zum Töten aufrufen gegenüber den Ungläubigen – und das sind auch Juden und Christen!

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  2. Israel kann seine Datteln gerne uns schicken. Ich würde sie allemal lieber essen als die aus der Türkei, womit ich nur Erdogan unterstützen würde.

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  3. Mehr israelische Datteln für uns!!! Sollen die Muslime mit was anderem ihr Fasten brechen. Werde nie mit israelischen Datteln brechen. Gleich mal wieder eine große Kiste bestellen!!! Am Yisrael Chai!!!

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  4. Diese großen Meedjool-Datteln sind die absolute Alternative zu allem, was zuckersüß ist. Zucker ist ein Säure-Bildner….einer unter viiiiielen…. Datteln sind Basen-Bildner und allein deshalb schon
    sehr zu empfehlen… Diese Meedjool-Datteln aus Israel in Bio-Ausführung esse ich schon seit bald 10 Jahren und sie sind zusätzlich eine soooooooooo ideale Möglichkeit, Obst immer zuhause und jederzeit essfertig zu haben, ohne dass, wie irgend welche anderen Früchte, etwas schlecht, faul, schimmlig oder sonst was wird. Hervorragende Vorratshaltung gehört auch zu den Dattel-Vorzügen…. Wärmste Empfehlung für DATTELN AUS ISRAEL

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    1. Wenn wir Morgen einkaufen fahren, werde ich gleich nach Datteln aus Israel Ausschau halten. Ich hoffe das es diese überall gibt, anstatt türkische zu kaufen, sonst verzichte ich lieber.

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  5. Diese Datteln aus sind viel zu gut für Israel-Hasser. Sollen die doch das trockene Zeug aus anderen Ländern essen.

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  6. An diesem Aufruf, israelische Datteln zu boykottieren, zeigt sich doch schon die Ideologie der Muslime. Na ja, die sind ja auch besonders „intelligent“, weil sie schon soooooo viele Nobelpreise für Erfindungen erhalten haben und auch sonst in der Welt ganz vorn stehen, allerdings nur, wenn es um Vernichtung und Zerstörung geht. Es mag ja durchaus einige wenige Muslime geben, die vielleicht nicht so sind, aber die dürfte man an einer Hand abzählen können, denn dann leben sie auch nicht nach der Sharia und dem Koran.

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  7. Datteln ???
    Unsere Gemeinde konsumiert schon seit Jahren keine Produkte aus israelisch besetzten Gebieten.
    Hoffe, dass ihr wenigstens auf die Ostereier aus dem besetzten Donbass verzichtet.

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  8. An wege ; Als Adolf Hitler das Rheinland besetzte und die Franzosen abziehen mussten, spotteten die Briten,“was ist dabei wenn die Deutschen ein Stück Deutschland besetzen.“ Die Israelis sind im Westjordanland in einem Gebiet, das ursprünglich im Teilungsplan Palästinas, zum jüdischen Siedlungsgebiet gehörte, aber von Syrien, Jordanien und Ägypten mit grosser Unterstützung der Saudis errobert wurde. Ausserdem essen wir auch Äpfel aus Südtirol, oder polnische Wurstspezialitäten aus Schlesien.

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