Mittwochabend: 35. „Jerusalem-Tag“ zum Gedenken an 1967 beginnt

JERUSALEM (inn) – Mit zahlreichen Gedenkfeiern und Veranstaltungen beginnt am Mittwoch, dem Vorabend des siebenundzwanzigsten Ijar nach jüdischer Zeitrechnung, der fünfunddreißigste „Jerusalem-Tag“ zum Gedenken an die Eroberung der Altstadt Jerusalems in dem von den arabischen Staaten provozierten Sechs-Tage-Krieg 1967.

Israel gedenkt bis zum Sonnenuntergang am morgigen Donnerstag der Wiedervereinigung seiner Hauptstadt. Am Donnerstag findet auch die zentrale Gedenkveranstaltung auf dem Givat HaTachmoshet (Ammunition Hill) in Jerusalem statt.

Von 1948 bis 1967 war Jerusalem eine geteilte Stadt. Die Gefechte mit der jordanischen Arabischen Legion am sogenannten „Ammunition Hill“ – oberhalb des arabischen Stadtteils Sheikh Jarrah gelegen – waren im Sechs-Tage-Krieg 1967 die härtesten der israelischen Armee. In der Schlacht um den vermienten und befestigten Hügel fielen 183 Soldaten. Von dort aus rückten die Truppen über den Skopusberg und den Ölberg sowie das Kidrontal auf die Altstadt vor.

Um 10:20 Uhr am 7. Juni 1967 – dem dritten Tag der Kämpfe an der Jerusalemfront – verkündete Radio „Kol Israel“: „Wir sind in der Altstadt.“ Durch das Löwentor zog die siegreiche israelische Armee ein. Die jordanischen Verteidiger gaben nach kurzer Zeit kampflos auf.

Der erste Weg der Soldaten führte zum Har HaBayit, dem Tempelberg. Der Chefkaplan der Streitkräfte, Rabbi Shlomo Goren, blies dort das Shofar – 19 Jahre nachdem die Israelis aus den Mauern der 3.000 Jahre alten Stadt vertrieben worden waren. Als „Vater des Erfolgs“ gilt bis heute Mordechai (Motta) Gur, der Kommandeur der Fallschirmspringer-Einheiten in Jerusalem.

In diesen Tagen des Krieges wurde ein erst kurz zuvor komponiertes Lied zur „zweiten Nationalhymne“ Israels: „Yerushalayim shel sahav“ (Jerusalem von Gold). Die Komponistin Naomi Shemer fügte nach der Eroberung der Hauptstadt eine vierte Strophe hinzu, die von der Befreiung des Har HaBayit sowie der Öffnung des Weges zum Toten Meer berichtet.

Jordaniens König Hussein hätte den Verlust des 1948 von seinem Großvater Abdulah I. eroberten Ostteils Jerusalems sowie Judäas und Samarias verhindern können, wenn er auf Israels Warnungen gehört hätte. Stattdessen griff die jordanische Armee Israel an, weil Ägyptens Staatspräsident Gamal Abd el-Nasser dem König einen „großartigen Sieg“ versprochen hatte. Zu diesem Zeitpunkt war die ägyptische Luftwaffe jedoch bereits zerstört – der König lief in die Falle Nassers.

Die Leistung von Israels Generalstab sowie der Soldaten im Feld im Sechs-Tage-Krieg gilt bis heute als eine der größten Leistungen der Militärgeschichte. Stabschef der Armee im Rang eines Generalleutnants war 1967 der spätere Premierminister Yitzhak Rabin, sein Stellvertreter war Ezer Weizman – Israels späterer Staatspräsident. Als Verteidigungsminister amtierte General a.D. Moshe Dayan.

Nach dem Sechs-Tage-Krieg hatte Israel nicht nur Jerusalem als Hauptstadt zurückerobert, sondern zwischen sich und seinen Feinden eine Zone geschaffen, die drei Mal so groß war wie der kleine Staat Israel selbst. Im Verlauf des Krieges verlor Ägypten den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel und die Syrer verloren die Golanhöhen, von wo aus immer wieder israelische Farmarbeiter beschossen sowie die Stadt Tiberias und zahlreiche Kibbutzim bedroht worden waren.

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