BEIT SCHEMESCH / TEHERAN (inn) – Bei einem iranischen Luftangriff sind am Sonntag in der zentralisraelischen Stadt Beit Schemesch mindestens neun Menschen getötet worden. Nach Angaben der Rettungskräfte erlitten 51 weitere Personen teilweise schwere Verletzungen.
Wie die Zeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, wurden acht Wohnhäuser durch eine ballistische Rakete fast völlig zerstört. Die Getöteten hatten sich laut Augenzeugen teilweise im Schutzraum einer Synagoge aufgehalten, der direkt getroffen wurde.
Bereits am Samstag war im Raum Tel Aviv eine ausländische Pflegekraft ums Leben gekommen. Sie habe nicht rechtzeitig den Bunker erreicht, hieß es aus der israelischen Armee. Die alte Frau, die sie betreute, wurde von Rettungskräften lebend aus den Trümmern geholt. Das Heimatfrontkommando teilte mit, eine vollständige ballistische Rakete sei neben einem Wohngebäude eingeschlagen. Es gebe viele Verletzte.
Die USA und Israel hatten am frühen Samstagmorgen eine Offensive gegen militärische Ziele im Iran gestartet. Die Operation trägt den Namen „Brüllen des Löwen“. Etwa 200 israelische Kampfjets sind Armeeangaben zufolge daran beteiligt. Die Angriffe sollen demnach ballistische Raketen und Luftabwehrsysteme treffen, aber auch Symbole der Regierung und geheimdienstliche Ziele.
Iran bestätigt Tot von Ajatollah Chamenei
Bei einem der ersten Luftschläge wurde in der Hauptstadt Teheran der oberste Führer, Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Das bestätigten iranische Medien am Sonntag. Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf sagte im Staatsfernsehen, US-Präsident Donald Trump (Republikaner) und der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) hätten „unsere roten Linien überschritten“. Sie würden die Folgen tragen.
Die iranische Revolutionsgarde schwor Rache. Sie werde mit der „grimmigsten Offensivoperation in der Geschichte“ gegen US-Stützpunkte und Israel reagieren, drohte sie gemäß der Nachrichtenseite „Times of Israel“. „Die Hand der Rache der iranischen Nation für eine schwere, entschiedene und beklagenswert Strafe für die Mörder des Imam der Umma wird sie nicht davonkommen lassen.“
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (Likud) sagte: „Derjenige, der daran arbeitete, Israel zu zerstören, wurde zerstört. Gerechtigkeit wurde ausgeübt, und die Achse des Bösen hat einen schweren Schlag erlitten.“
Derweil gibt es Berichte über den Tod von mindestens 115 Menschen in einer Mädchenschule im Südiran. Der Sprecher des für die Nahost-Region zuständigen US-Kommandos (CENTCOM), Tim Hawkins, erklärte, der Vorfall werde überprüft.
Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!
In Pakistan protestierten Demonstranten gegen die Angriffe im Iran. Vor dem US-Konsulat in der Großstadt Karachi versuchten Pakistanis, auf das Gelände einzudringen. Nach Angaben von Rettungskräften kamen mindestens acht Demonstranten zu Tode, 20 wurden verletzt. Auch in der irakischen Hauptstadt Bagdad gab es vor der amerikanischen Botschaft Proteste.
Iranische Angriffe auf arabische Länder
Der Iran greift indes auch arabische Länder an, die als US-Verbündete gelten. So wurden am Sonntagmorgen Explosionen aus den Hauptstädten der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und Bahrains gemeldet: Dubai, Doha und Manama. In den Emiraten kam bislang ein Mensch durch iranischen Beschuss ums Leben. Neben Israel und dem Iran haben der Irak, Kuwait, Syrien und die Emirate Luftraum für den Zivilverkehr geschlossen
Auch der Flughafen von Erbil in der autonomen Region Kurdistan im Irak wurde angegriffen. Zudem teilte der britische Verteidigungsminister John Healey (Labour) mit, der Iran habe zwei Raketen auf Zypern abgefeuert. Dort hat das Militär des Vereinigten Königreiches mehrere Stützpunkte. Ob der Beschuss ihnen galt, war zunächst unklar.
Die israelische Armee stellt unterdessen fest, dass die Salven deutlich kleiner seien als beim „Zwölf-Tage-Krieg“ im Juni. Zudem seien die zeitlichen Abstände größer. (eh)
Eine Antwort
Tiefes Beileid für die Menschen in Beit Shemesh . Leider ist die Kapazität des Mollah-Regimes, militärisch wild um sich zu schlagen, noch nicht erschöpft. Neben Israel bekommen das jetzt auch einige arabische Länder zu spüren. Das wird die Mollahs in der Region nicht beliebter machen. Letzten Endes werden sie nur noch von einigen Pakistani, den Taliban und last but not least, von der LFI in Frankreich unterstützt.