Das jüdische Mimuna-Fest ist geprägt von Gastfreundschaft und Überfluss. Ein Leitthema ist es, für die Nachbarn die Türen zu öffnen und sie willkommen zu heißen.
Mimuna schließt sich direkt an die Pessach-Woche an, in der Juden keine gesäuerten Speisen essen. In diesem Jahr beginnt es am heutigen Donnerstagabend. Die Tradition stammt aus Nordafrika. Zum Fest werden unter anderem Pfannkuchen gereicht. Sie haben die Bezeichnung „Mufleta“. Dazu essen die Feiernden oft Auberginenmarmelade. Doch auch Kuskus ist beliebt. Hinzu kommen orientalische Süßigkeiten.
Der Ursprung des Mimuna-Festes liegt indes im Dunkeln, die genaue Bedeutung ist unklar. Dies hindert marokkanische Juden und deren Nachkommen allerdings nicht daran, es ausgelassen zu feiern. Auch in Israel ist es mittlerweile ein Feiertag. Das Fest ist etwa 300 Jahre alt. Der erste schriftliche Beleg stammt aus dem 19. Jahrhundert.
Gedenken an Rabbi Maimon
Über die Herkunft des Namens sind sich die Gelehrten im Unklaren. Eine Deutung sagt, er könnte sich auf den mittelalterlichen Rabbiner Maimon Ben Josef beziehen. Dieser lebte zeitweise in der marokkanischen Stadt Fès und starb um das Jahr 1170. Er schrieb über jüdisch-islamische Beziehungen. Nach der Überlieferung fällt das Fest auf seinen Todestag.
Eine größere Berühmtheit hat allerdings sein Sohn Rabbi Mosche Ben Maimon, auch bekannt als Moses Maimonides oder unter der Abkürzung Rambam. Er gilt als der wichtigste jüdische Religionsphilosoph des Mittelalters.
Glaube als ein möglicher Ursprung
Maimonides verfasste unter anderem 13 Glaubenssätze, die als jüdisches Glaubensbekenntnis betrachtet werden können. Sie stehen unter der hebräischen Überschrift: „Ani Ma’amin“. Ein wichtiger Punkt ist die feste Überzeugung, dass der Messias kommen wird – auch wenn sich seine Ankunft verzögert.
Auf Arabisch lautet die Überschrift: „Ma’amin Ana“. Im örtlichen marokkanischen Dialekt wurde daraus „Maimuna“. Möglicherweise war dies ein Gruß, den Juden sich gegenseitig zuriefen – weil das Pessach-Fest verstrichen und der Messias wieder nicht gekommen ist.
Eine andere Deutung hat ebenfalls mit dem Glauben zu tun. Das hebräische Wort dafür ist „Emuna“. Auch davon könnte sich der Name „Mimuna“ ableiten. Dabei geht es einerseits um den Glauben an die vergangene jüdische Erlösung von den Ägyptern, die an Pessach gefeiert wird. Andererseits richtet sich der Blick auf die zukünftige messianische Erlösung.
Wohlstand oder Geld
Denkbar ist aber auch, dass der arabische Begriff „Ma’amun“ dem Fest seinen Namen gegeben hat. Er bedeutet Wohlstand und Glück. Mit Pessach beginnt ein neues landwirtschaftliches Jahr. Juden beten für eine gute Ernte. Diese steht symbolisch auch allgemein für Wohlstand.
Eine weitere Herleitung geht in eine ähnliche Richtung: Sie bezieht sich auf den aramäisch-hebräischen Ausdruck „Mammon“. Er bedeutet „Geld“.
Ein Kommentar
Auberginenmarmelade ist mir total neu und würde ich gerne mal probieren. Müsste ich aber alleine essen.😂
Egal, wo das Fest seinen Ursprung hat, ich finde es total schön für Freunde und Nachbarn Gutes auf den Tisch zu bringen. Wem viel anvertraut ist, der darf reichlich davon weitergeben. Etwas abgewandelt Lukas 12,48 😉