Menschen passten sich an Klimaveränderungen an

Klimatische Veränderungen bedeuten nicht automatisch das Aus für eine Bevölkerung. Auch in extremen Dürrephasen fanden Menschen Wege, zu überleben. Das zeigt eine israelische Studie, die mehrere tausend Jahre Erdgeschichte analysiert.
Von Israelnetz
Erdschichten (Symbolbild) Geologie

HAIFA (inn) – Veränderungen im Klima zwingen eine Bevölkerung nicht immer zum Zusammenbruch oder zur Abwanderung. Selbst in Dürrephasen fanden Menschen Methoden, zu überleben. Das zeigt die im Mai veröffentlichte Studie der Universität Haifa mit dem Titel: „Klimaschwankungen und kulturelle Veränderungen im östlichen Mittelmeerraum von der Frühzeit bis zur Mitte des Holozäns“.

Die Forscher untersuchten Erdschichten des Kebera-Feuchtgebietes bei der Karmelküste in Nordisrael. Anhand von zwei Bohrkernen erhielten sie Erkenntnisse aus 4.000 Jahren Menschheitsgeschichte.

16 Meter tiefe Bohrungen

Das wissenschaftliche Team um Gilad Schtienberg und Thomas E. Levy bohrte dafür bis in 16 Meter Tiefe. Anhand von Sedimentanalysen konnten sie jahrzehntgenaue Schlussfolgerungen über klimatische Veränderungen treffen. Im Speziellen stellten sie den Zeitraum von 8.000 bis 4.000 vor Christus dar.

Die Forscher untersuchten die Erdproben unter anderem auf Pollenkörner, Kohlespuren und Rückstände von Frischwasserlebewesen. Je nach Häufigkeit und Art zogen sie Rückschlüsse auf die klimatischen Bedingungen. Muscheln und Süßwasserschnecken sind laut den Autoren der Studie beispielsweise ein Indiz für regenreiche Zeiten.

Sie verwendeten den eigens entwickelten „Relativen Kebera-Feuchtigkeitsgrad“ (KRWL). Bei dieser Methode werden verschiedene klimarelevante Parameter miteinander in Bezug gesetzt. Damit zeichneten sich gemäß den Studienergebnissen vier unterschiedliche Feuchtigkeitsstufen ab: Nässe, Halbnässe, Halbtrockenheit und Trockenheit. Dies ist ein Beleg für einschneidende klimatische Veränderungen innerhalb der untersuchten Jahrtausende.

Gerste zeigt menschlich gesteuerte Wasserwirtschaft

Die erhaltenen Daten verglichen Wissenschaftler anschließend mit archäologischen Informationen zu Siedlungsentwicklungen aus der gesamten Region. Deutlich zu erkennen ist dabei: Widrige klimatische Bedingungen sowie Dürre können einen Beitrag zur Abwanderung oder zum Zusammenbruch einer Bevölkerung leisten – sie müssen es jedoch nicht.

Laut Schtienberg haben sich die Menschen bei härteren Bedingungen nicht zurückgezogen. Sie entwickelten stattdessen neue Strategien, um zu überleben. Gerste sei dabei ein gutes Beispiel. Pflanzenreste in den Erdschichten lassen darauf schließen, dass Menschen die Getreidesorte kontrolliert bewässerten. Somit waren die Pflanzen nicht nur abhängig von Niederschlägen. Das sagte der Archäologe der Nachrichtenseite „Times of Israel“.

Dürreperioden und Bevölkerungsrückgang

Dennoch zeigt die Studie, dass klimatische Veränderungen auch Einfluss auf eine Gesellschaft nehmen. Eine der niedrigsten Bevölkerungsdichten erlebte die Region knapp 4.000 Jahre vor Christus. In der gleichen Zeit zeigte der KRWL mehrere aufeinanderfolgende Dürreperioden an.

Im Gespräch mit der „Times of Israel“ äußerte sich Schtienberg indes optimistisch: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Umweltveränderungen nicht automatisch den gesellschaftlichen Zusammenbruch verursachen.“ Es könne die Wirtschaft, Siedlungsmuster und das menschliche Verhalten neu gestalten. (cb)

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27 Kommentare

  1. Menschen passen sich 100% an Klimaveränderungen an und kein Zusammenhang zwischen Dürreperioden und Bevölkerungsrückgang. So ist das.

    1. Haben Sie den vorletzten Absatz des Artikels nicht gelesen?
      „Eine der niedrigsten Bevölkerungsdichten …“ würde ich als Bevölkerungsrückgang interpretieren.

      1. @Hama
        Meine Ehefrau, Demografie-Expertin, und ich selbst würden eher von einem vorübergehenden Rückgang der Bevölkerungsdichte sprechen.

  2. Menschen passten sich dem Klima an oder sie wanderten, wie Jakob, nach Ägypten aus (ca. 1800 Jahre BC). Josef war seiner Sippe schon vorausgegangen – unfreiwillig. Seine Brüder hatten ihn als Sklaven verkauft. Dieses wurde jedoch für seine ganze Familie zum Segen. Gott sorgt für Israel, auch heute. Wie Er es versprochen hat.

    1. @ JK, des Ewigen Versprechen oder auch Drohungen sind oftmals rätselhaft und manchmal schwer verständlich, doch immer erfüllen sie sich, manchmal auf überraschende und wundersame Weise.
      SHALOM

    2. @ JK. Denke ich auch. Gott ist treu und rettet immer wieder auch heraus. Ist er doch Israels Vater. Das bleibt ja. Deswegen beten wir Christen ja auch für Israel. Aber, wir Christen, die Anhänger des neuen Bundes, erleben dann auch wundersame Geschichten, die Grenzen sprengen.

  3. Sehr interessanter Bericht. Vor ein paar Jahren, im Verlauf einer Reise nach Mexiko/Guatemala, haben wir an einer Konferenz teilgenommen, die sich mit einem ganz ähnlichen Thema, nämlich dem Untergang der Stadt-Staaten der Mayas befasste. Der Konferencier kam zu ganz ähnlichen Schlüssen wie die Israelischen Wissenschaftler. Für den Untergang ganzer Kulturen sind allerdings immer mehrere Faktoren verantwortlich, Klimaveränderung kann dazu gehören.

  4. Nachtrag: Gerade die Josefgeschichte zeigt doch, wie gnädig und barmherzig Gott ist. Ich wünsche mir Gutes, Segen und Frieden für Israel. Ich finde, es war Trübsal genug. Wenn ich lese, was Untertan und die anderen schreiben, Uff, das ist mir zu viel. Ich wünsche mir nur Gutes für das jüdische Volk. In Israel und in der Diaspora.

    Shalom

    1. Liebe Eleonora, Gutes, Segen und Frieden, schenkt der allmächtige Gott wenn wir in seinen Wegen gehen und auch gehorsam sind. Lieber Gruß zu Ihnen Martin

      1. @ Untertan. Uff, ich bin leider sehr fehlerhaft und bin nicht immer in Gottes Wegen gegangen. Ich arbeite dran, aber es gelingt mir nicht immer. Ich werde auch immer ein Sünder bleiben. Werde Fehler machen, mich irren und auch mal falsche Entscheidungen treffen. Gott hat mich trotzdem bewahrt und gesegnet, aus lauter Güte, denn er weiß auch warum ich diese Fehler mache, was dahinter steckt. Ich bin aber auch in seiner Schule geblieben.

        Ich werde bis zu meinem Tod in Gottes Schule bleiben. Und nie fertig werden.

        So bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe. Diese drei. Aber, die Liebe ist die Größte unter ihnen.

        Alle Erkenntnis ist und bleibt Stückwerk. Wir werden Lernende bleiben, Untertan.

  5. Nachtrag: Durch meinen christlichen Glauben bin ich einfach enger mit dem jüdischen Volk verbunden. Aber, ich will mir auch ein offenes Herz für alle Menschen bewahren. Weil Gott für uns alle da ist.

    1. @Eleonora
      Auch unser Bischof ist für alle Menschen da. Er freut sich wenn die Kirche sonntags voll ist und seine Reden halten kann: die Leute sind gerührt , mancher weint dabei.

  6. Anpassungen an klimatische Veränderungen scheinen schon länger zum menschlichen Dasein zu gehören.

  7. Gottes Wort sagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“. Matth. Matth. 24,35
    Glauben wir an die Wissenschaft?
    Ist die Bibel das Kursbuch auch für das Klima?
    Lieber Gruß Martin

  8. Frühere Menschen lebten waagerecht unter der Erde. Man hat Skelette gefunden, die das belegen.

    1. Das ist ein für mich etwas kryptischer Kommentar. Gibt’s dazu irgendeinen Verweis??

        1. Mimi 🤭
          Ich hätte nicht gedacht, dass dein Post für Verwirrung sorgt, auch wenn dieser nicht als Satire gekennzeichnet war.
          Woher kommen bloß all die waagerecht liegenden Skelette 🧐🤭😁☀️

          One

  9. Leute,ich musste auch lachen über die Menschen,die angeblich waagerecht und so. Hab recherchiert. Soll es wirklich gegeben haben. Obwohl ich das echt nicht glaube. So auf’m Bauch unter der Erde? Wie ein Maulwurf? Wer weiß, was die da gefunden haben!? Ansonsten fehlen doch nur noch die Außerirdischen!👽👽😂😂

      1. @Lothar
        Das würde ich auch so sagen. Obwohl im Internet einiges drüber steht. Aber nun ja,Bochum soll es ja auch nicht geben!!🤣🤣🤣🙈🙉

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