Mehrheit der Israelis glaubt Netanjahu nicht

Seit Monaten existieren Korruptionsvorwürfe gegen den israelischen Premier Netanjahu. Die Mehrheit der Israelis glaubt nicht an seine Unschuld, aber an seine Führungskraft.
Trotz der Korruptionsvorwürfe geschätzt: Premier Benjamin Netanjahu

Foto: Büro des Premierministers

Trotz der Korruptionsvorwürfe geschätzt: Premier Benjamin Netanjahu

JERUSALEM (inn) – Eine Mehrheit der Israelis glaubt nicht dem Beteuern ihres Premiers Benjamin Netanjahu, dass nichts an den monatelang schwelenden Korruptionsvorwürfen gegen ihn dran sei. Laut einer Umfrage der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ halten 54 Prozent der Bevölkerung seine Aussage „Es wird nichts gefunden werden, weil da nichts ist“ für falsch, 34 Prozent glauben ihm.

Noch mehr Israelis, nämlich 63 Prozent, denken, der Premier sollte zurücktreten, wenn der Generalstaatsanwalt Anklage gegen ihn erhebt. Nur 12 Prozent der Bevölkerung vertrauen Netanjahu in dieser Angelegenheit komplett. Trotzdem bewerten die Israelis ihren aktuellen Premier vor allem im Verhältnis zu seinen politischen Herausforderern positiv. „Gut bis sehr gut“ finden 49 Prozent der Öffentlichkeit seine Arbeit als Premier. Jair Lapid von der Partei Jesch Atid erhält 12 Prozent, Avi Gabbai von der Zionistischen Union 10 Prozent und Naftali Bennett von der Partei Unser Haus 5 Prozent.

Was ist das größte Problem Israels?

Die Korruptionsvorwürfe hätten laut der Umfrage aber die Position der Partei des Premiers, des Likud, geschwächt. Bei heutigen Wahlen käme der Likud auf 24 Sitze. Das wären 6 Sitze weniger als bei den vorherigen Wahlen im Jahr 2015. Die Zionistische Union erhielte 22 Sitze, Jesch Atid käme auf 18 Sitze.

Nach dem größten Problem für Israel gefragt, sagten 30 Prozent der Israelis, dass das die Lebenshaltungskosten seien. 17 Prozent fürchten am meisten die Sicherheitssituation, 15 Prozent sehen den gesellschaftlichen Spalt zwischen Arm und Reich als größtes Problem an. Aber eigentlich ist ein Großteil der Bevölkerung zufrieden. 86 Prozent der Befragten bezeichneten ihre persönliche Situation als gut bis exzellent.

Von: mm

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